Freitag, 22. März 2019

...dann kann er was erzählen!

links: Baumwipfelpfad Neuschönau / rechts: Gherkin Building London ('Gürkchengebäude');
fälschlicherweise von mir die ganze Zeit als 'London Eye' (Riesenrad) bezeichnet... pardon.
Trotz Namensverwechslung seht Ihr die Ähnlichkeit, oder?
Denen von Euch, die es noch nicht genauer wußten möchte ich es nochmal erläutern wie mein 'Ausrutscher' überhaupt zustande kam. Wir haben also bei Tauwetter die Eichhörnchen-Aufzuchtstation besichtigt, gleich nach unserer Pause im zugehörigen Gasthof. Der ältere Herr, seines Zeichens Züchter, hat uns dorthin begleitet. Hinter dem Haus im Garten, ein paar Treppen hoch im Gras, war eine Anlage von Gehegen. Aufgeregt sprangen in diesen viele Eichhörnchen hin und her, jedes hatte einen einzelnen Käfig, und ließen sich von uns bereitwillig begaffen und ablichten. Still hielten allerdings nur die Hälfte. Von den Wellblechdecken tropfte der tauende Schnee auf eine dichte, naße Laubschicht herunter. Ich war, wegen meiner Unfallgefahr, sehr vorsichtig. Dachte ich. Ich trug festes Schuhwerk. Dachte ich. Ich drehte mich um, wohl wie immer zu schnell, in Richtung Taubenverschlag, weil ich mich nicht den rutschigen Grashügel hinaufquälen wollte und RUMS, rutschten mir die Beine weg. Ich legte mich komplett auf die rechte Seite in den Matsch. Keine Ahnung wie und was genau passiert ist, nur daß mir sofort stechende Schmerzen in die linke Wade schoßen. Herr Haas (mit Krücke und Hund) rief sofort 'Sie! Kommen'S!! Ihre Frau liegt da und braucht Hilfe!!!'. Und so lag ich da, im Dreck und wollte einfach bloß liegen bleiben und sterben. Nicht um Viel wäre ich alleine aufgestanden. Nach einigem Rufen kam Peter dann angeprescht und versuchte mir aufzuhelfen, mich auf dem matschig-rutschigen Gelände zum Auto zu führen (das er extra heran fuhr) und mich mitsamt meinem dreckigen Selbst reinzusetzen. Er eilte wieder zurück bergauf um noch die restliche Anlage (mit dem Albino) zu knipsen. Das Alles passierte eine Stunde bevor wir überhaupt am Hotel ankamen (einschließlich Jause und Hinfahrt). Unfall so gegen Halbdrei am Dienstag. Deshalb hatten wir dort überhaupt erst gehalten (um Zeit totzuschlagen), da unser Zimmer ja erst ab 15 Uhr bezugsfertig war.
Peter war so lieb mir beim nächstgelegenen Edeka eine wunderbare Arnika-Schmerzsalbe zu kaufen, denn ich hatte nicht einmal Ibuprofen dabei. Wie die nette Verkäuferin sagte... die hilft so toll, ihrer Mutter und auch ihr, jetzt auch mir. Eine Zaubersalbe.

In den zweiten Stock ohne Aufzug und noch eine Treppe höher in's Bett mußte ich mich dann jedesmal trotzdem quälen. Und die Schlafzimmertreppe war besonders steil und quietschte besonders arg. Die nächtlichen Klogänge waren sehr toll. Aber wie wird mir immer wieder bestätigt? Selber Schuld, weil ich immer Alles so schnell machen muß und NICHT SCHAUE. Ja, ja, ja. Das ist in meinem Leben mindestens mein vierter diesbezüglicher Unfall gewesen, falls das reicht. Aber ich hoffe auch mein letzter!
Alle Glasobjekte hier und hierunter
sind von der Glashütte Alte Kirche













So im Dreck liegend, hätte ich am Liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht, den Urlaub für beendet erklärt und wäre wieder nach Hause gefahren. Aber... Man(n) ließ mich nicht. Es ist ja Nichts gebrochen und der Arzt würde mir auch nix Anderes verschreiben als einschmieren, Schmerztabletten, kühlen, hochlegen, schonen. Sechs Wochen schätze ich mal erfahrungsgemäß.

Es war nicht geplant auf so einem Gelände zu latschen und auch nicht in gefütterten Winterchucks (knöchelhohe, flache Schnürstiefeletten mit flacher Sohle). Sie hatten halt kaum Profil und für die Witterung hatte ich schließlich Trekkingboots gekauft. Nur halt nicht schon vor dem Urlaubsantritt. Live and learn sage ich nur (lebe und lerne). Man, äh Frau, lernt scheinbar wirklich nur aus eigener Erfahrung *augenroll*.

Ich humple noch immer und es schwillt auch immer noch an, doch die Enzyme helfen ungemein. Jedenfalls - Themawechsel - sah ich mich außerstande am Mittwoch den Nature Art Park (mit Holzplanken) zu laufen. Zu unwegsames Gelände für mich, so kurz nach dem Sturz und wahnsinnig windig. Daher hier ein bißchen Info aus dem Internet und nur zwei Fotos.
Hier bewegt man sich auf einem Pfad aus Holzplanken
durch's Moor, vorbei an Glasskulpturen
Das ist also noch der Nachtrag zum letzten Beitrag gewesen. Weiter geht's zum Donnerstag, an dem wir auch wieder viel geplant hatten. Zunächst wollten wir unbedingt in die zehn Minuten entfernte Glashütte Alte Kirche in Lohberg. Der Glasbläser ist wirklich ein begnadeter Künstler. Zu unserem Bedauern hat man ihm die Nutzung der Kirche jetzt gekündigt, genau einen Tag vor unserer Ankunft. Meine Mitbringsel hatte ich ja schon erwähnt (Adam und Eva aus Glas als Schnapsgläser und wieder einmal ein Kolibri - hoffentlich verträgt er sich mit den kalifornischen *zwinker*). Leider trafen wir beide Male nur Herrn Hödls Angestellte an.






Seht Ihr's? Eine Eule!







Hat mir ausgesprochen gut gefallen^
So nahe an der tschechischen Grenze, nahmen wir natürlich die Gelegenheit wahr günstig einzukaufen (Benzin, Zigaretten, Kaffee und Waffeln). Es war wieder einmal Kaffeezeit und so kehrten wir im Café Charlotte ein, das eine Besonderheit hat, aber schaut selbst... Mein Kuchen war jetzt nicht so der Hit, aber das mag ja eine Eintagsfliege gewesen sein.
Von dort fuhren wir direkt nach Bayerisch Eisenstein, wo wir uns die Grenzlinie und ein paar Museen ansahen. Besonders interessierte uns das Europäische Fledermauszentrum, das ein Teil der Naturpark Welten ist. Fotos für Euch waren in den vorherigen Beiträgen, bis auf das untere. Wir mußten gerade schauen, daß wir es noch rechtzeitig zum Abendessen in's Hotel zurück schafften.
Historischer Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein
Wenn wir abends nicht fernsahen oder früh schlafen gingen, vergnügten wir uns mit dem mitgebrachten Brettspiel AZUL. Vom Alltag und den Sorgen daheim haben wir also nicht viel mitbekommen und das tat, besonders Peter, auch mal ganz gut. Waren es auch nur vier Tage, abgeschaltet haben wir endlich mal. Unser letzter Urlaub war immerhin auch schon im November 2017!
So wurde es der Tag der Abreise (Freitag). Bis um 10 Uhr mußten wir das Zimmer räumen. Noch ein letztes Frühstück und flugs waren wir nochmal kurz beim Glasbläser unseres Vertrauens und dann auf dem Weg über den verschneiten Großen Arber, zum Baumwipfelpfad nach Neuschönau. Leider wurde das Wetter schlechter. Und bevor ich nochmal vergesse zu erzählen wo wir überhaupt genau waren... in Lohberg, was in der Gegend von Bodenmais und Zwiesel liegt.
Wetterkapriolen
Wir bekamen wirklich Alles geboten^


Das coolste Gerät zum Abholzen überhaupt...
Seitlicher Greifarm mit Säge!!!
Geschloßene Schneedecke am Großen Arber
Der Baumwipfelpfad wurde von der Erlebnis Akademie AG in Bad Kötzting erbaut, wie auch die sechs anderen Pfade, die wir Euch in einem der vorhergehenden Beiträge bereits abgebildet haben. Sie sind nicht Alle in Deutschland und auch hier gibt es natürlich welche die nicht zur EAK gehören.
Der erste Hindernisparcour auf dem Pfad
Der Pfad auf 22 Metern Höhe
Man kann das 'Ei' hinten erahnen
Peter unaufhaltbar (fotografierend und entdeckend)
Vom Café aus gesehen... also nach der Strapaze
Und noch eine Aufnahme, näher dran
Bevor wir den Rückweg antraten, im Schneeregen, wärmten wir uns erst noch in der Cafeteria des Hans-Eisenmann-Hauses auf, wo Peter wieder ein Museum entdeckte und inspizierte. Er war ganz schön lange unterwegs. Meine Kalorienaufnahme war dementsprechend.

Erst nach all dem fuhren wir dann wieder Richtung Heimat, wo wir um Halbsieben abends ungefähr ankamen. Haus steht noch. Kind lebt. Es hat uns keiner vermißt. Mission Abschalten hat fabelhaft funktioniert. Wieder um ein Urlaubserlebnis reicher hat uns Datschiburg wieder.

4 Kommentare:

  1. Also, ich mag dein Reiseblog :)

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  2. Liiiieebeee Regina und liiieber Peter , hat zwar etwas gedauert bis ich einen Kommentar schreibe aber das war nicht beabsichtigt einfach koi Zeit :-( —lieber spät als nie ;-) . Also ich muss schon sagen was ihr aus den 4 Tagen alles rausgeholt habt einfach nur super . Die Reiseberichte und vor allem die Bilder einfach nur toll . Die Glasbläserkunst ist schon schön und machmal etwas ausgefallen demnach werden auch die Preise sein —Kunst kostet Geld .
    Die Ausflüge und die Bilder die ihr gemacht habt „super“— einfach das BESTE rausgeholt, da ihr ja auch mit dem Wetter nicht gerade das große Los gezogen hattet. Die Bilder ,die Peter von dem Baumwipfelpfad gemacht hat sind schon sehr imposant von oben sieht die Welt immer ein bisle anders aus . Auch alle anderen Bilder-TOP . Trotz deiner Verletzung hattet ihr ein paar sehr schöne Tage mit vielen Highlights, und wie ich gesehen habe verhungert seid ihr auch nicht zum Essen gabs nur gutes und reichlich :-) . So ihr zwei Hobbyverreiser wie immer war eure Berichterstattung und die Fotos sehr lebendig beim lesen ist man immer da, wo ihr auch gerade seid und das ist schön . Ganz großes Lob !!!
    Hoffe ihr macht noch ganz viele Reisen sei’s im In— sei’s im Ausland und au net glei am ersten Tag lädiert . Danke fürs Mitlesen lassen —schönen Abend noch
    Gute Besserung liebe Grüße vom anderen Ende des Bärenkellers ;-)

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    1. Liiiiieeeebe Uschi, gut Ding will Weile haben, ge? Wir freuen uns immer wie deppert wenn Du uns was zurück schreibst, denn viele Andere haben hier Berührungsängste. Wir sind begeistert, daß Du begeistert bist über unsere Reiseeindrücke und Fotos mitzulesen, dafür lohnt sich die Arbeit. Danke nochmals, nachdrücklich. Gerne für die Bilder vom Ei, ich bin ja tapfer mitgelatscht bis unten hin und hab halt vom Pfad und das Ei von unten, innen geknipst. Tja und Wetter kann man sich halt net aussuchen. Mußte so lachen über Deine 'verhungert'-Bemerkung, denn leichter sind wir echt nicht heimgekommen... Auch ich hoffe, daß es für lange Zeit meine letzte Verletzung war und natürlich, daß wir bald weiterreisen werden. Übrigens habe ich mich wohl im Flug mit dem rechten Fuß in die linke Wade gekickt, wie ein Fußballer, der Knöchel ist unversehrt. Toll, oder? *augenroll* Man liest sich, Grüße zurück nach vorne im Bärenkeller.

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