Mittwoch, 7. September 2011

Zurück in die Zukunft

Wie man unschwer lesen kann, hat uns das deutsche Land wieder! Natürlich ging das nicht alles ohne Problemchen und Katastrophen, sonst wär's ja auch langweilig, oder?

Unser letzter Gastgeber wurde am Vorabend unserer Abreise ein wenig wehmütig und hatte ein bißchen zu tief in die Schmerzmittel geguckt. Nach ein paar Stunden normalisierte sich das aber und wir feierten Abschied (mit mehr Schmerz *schnief*) bei einem typischen, italienischen Essen, vom Hausherrn selbst zubereitet. Es gab Spagetthi mit Tomaten-Knoblauchsoße und es war echt lägga, denn kochen können sie, die Italiener (!) und vor allem Pasta.
Spagetthi mit Tomaten-Knoblauch-Soße
Wir verbrachten die übriggebliebene Zeit damit unsere Koffer vorzusortieren und umzupacken. Alles Schwere und die Souvenirs landeten im Handgepäck (oder Papas Koffer...). Wieviel waren bloß 23 kg in amerikanischen Pfund? Kurz gegoogelt und wir wußten, daß es 51 sein durften. John der 2. lieh uns sogar seine Personenwaage aus. Einziges Problem war, daß dieses Dingens (die Skala) genau in der Mitte des Geräts platziert war! Und wie quetscht man jetzt einen Koffer zum Wiegen drauf? *rätseltrum* John der 1. und ehemaliger Ingenieur bei Texaco hatte gleich eine Lösung parat. Wir sollten zwei riesige, stabile Trinkbecher links und rechts auf die Waage stellen und die Koffer genau in der Mitte ausbalancieren. Peter quetschte dann seinen Kopf dazwischen *kicher* - ja, stellt Euch das ruhig bildlich vor, denn es war ein Bild für Götter! - und peilte die Lage. Letztendlich traf es ihn uns vor Übergepäck zu bewahren und alle Extras transportieren zu müssen. Wen wundert's? Die Männer trifft es doch meistens, oder?

Übermüdet landeten dann alle irgendwann im Bett, um dann wesentlich früher als sonst wieder daraus zu entsteigen. Freitag früh halfen wir John erstmal alle Betten abzuziehen und frisch zu beziehen, hinter uns aufzuräumen, die letzten Kleinigkeiten zu verpacken und ich schrieb den letzten Urlaubseintrag im Blog, über die Kristall Kathedrale. Dann löste ich mein Versprechen ein, nämlich den beiden Johns eine Ladung süße Burritos zuzubereiten, damit ihnen der Abschied von uns nicht ganz so schwer fiel...

Plötzlich fielen uns noch Großtante Virginia und Urgroßmutter Mariaelena ins Haus, mit kleinen Abschiedsgeschenken und nochmal tausend Umarmungen, sowie gepaart mit Wehmut (nein, nicht Wermut *kopfschüttel*). Gerade daß wir nochmal nach den Brummvögeln gucken konnten, die aber verschreckt waren, da John seine Kamera mit Bewegungsaktivator dort installiert hatte. Ich frage mich ob die Tränke schon leer ist und er seitdem fündig wurde? Momentan hat's dort übrigens eine erneute Hitzewelle (also in Whittier und Anaheim) von 39°C! Also genau die richtige Temperatur für Kolibris. John weicht derzeit nicht von seiner Klimaanlage, verständlicherweise.
Sabrina, Abuelita, Virginia
Geplante Abfahrt um 13 Uhr, Ortszeit. Wegen Fotosession wird es 13:11 Uhr. Wir kommen gut weg, unsere Route entspricht dank Navi der, die John für uns vorschlug. Anfangs geht's auch ganz gut, bis wir im ersten Stop-and-Go-Verkehr landen und Peter das erste Mal das Navi umprogrammiert, auf Strecke ohne Autobahn. Dann drückt seine Blase und wir landen ausgerechnet da im nächsten Stau *seufz*. Bieseln, nochmal umprogrammieren und irgendwie gelingt es uns den Stau zu umfahren. Der Hintern ging uns schon auf Grundeis, denn normalerweise soll es sich dort erst ab 15 Uhr stauen! Wir vermuten einen Autounfall und nicht den Feiertagsverkehr (Labor Day am Montag). Zum Glück planten wir genügend Luft mit ein und landeten rechtzeitig, irgendwann zwischen 15 Uhr und 15:30 Uhr am Los Angeles Flughafen an der Abgabestelle der Leihwagenfirma Alamo.
Shuttlebus der Autovermietung
Dafür hätten wir weiß Gott keine Stunde einplanen müssen, denn die ganze Sache war auf dem sehr windigen und kalten Platz in genau 5 Minuten (ungelogen!) erledigt. Nochmal Raucherpause und ab in den Shuttlebus zum Flughafen, wo uns ein Heini mit schwerem, ausländischem Akzent nach der Fluglinie fragte. Nach dreimaligem Nachfragen einigten wir uns dann auf British Airways. Immerhin schleppte er unser schweres Gepäck und verdiente sich damit ein ordentliches Trinkgeld!
Am Flughafen LAX war Peter futsch und weg einen amerikanischen Cop mit Segway fotografieren zu dürfen, daß wir Euch dieses Foto auch nicht vorenthalten möchten:
Moderner Polizist
Einchecken/Gepäckabgabe funzte einwandfrei und zügig und die restliche Zeit verbrachten wir mit einem Luxusessen *hüstel* bei McDonald's. Dort hörte ich nur halb zu und bestellte mir ein Hühnchenwrap mit SALSA Soße (!). Was hab ich mir nur gedacht? Das scharfe Teil mußte unsere Tochter schließlich fertigessen.
Und am Flughafen besorgten wir auch noch ein paar Schachteln der weltberühmten Los Angeles Pralinen von See's. Die waren so schwer, daß ich die Anzahl der Kalorien gar nicht wissen möchte!
Peter beim Zeitvertreib im Flughafen LAX
Die Zollkontrolle war ganz witzig, denn wir wurden (letztendlich dank mir) durchgewunken. In meiner vormals Medikamenten-Kühltasche, waren jetzt nämlich - und der Beamte grinste breit und lachte lauthals, als er mich danach fragte was denn darin wäre - meine... SCHUHE! *verlegen grinst* Ja sorry, die waren für den Koffer einfach zu schwer und so hat's uns auch noch die Sympathie dieses Beamten eingebracht und natürlich das Bild der typischen Frau bestätigt. *schulterzuck*
Adieu Los Angeles!
Diesmal fand ich den Flug schrecklich lang, laut und unbequem und das Essen ließ meines Erachtens auch zu wünschen übrig. Um Halbacht oder so (Abflug 17:35 Uhr, Ortszeit) wurden wir genötigt die Fensterläden zu schließen. Kein Wunder, daß wir jetzt heftiges Jetlag haben! Das entsprach weder hüben noch drüben unserem normalen 24-Stunden-Biorhythmus, oder? Wir hielten uns mit 'Fluch der Karibik 4' und in meinem Fall 'Rio' so lange wie möglich wach. Die Dunkelheit nötigte einen dann doch irgendwann einzuschlafen.
Nach kalifornischer Zeit um 2 Uhr morgens wurde uns dann schon das Frühstück aufgezwungen, welches mit Rosinensemmel und Muffin nicht so der Hit war. Aber das Beste kommt ja erst...
Sonnenuntergang in Nordamerika
Wurscht was Peter sagt, wir landeten mit 25 Minuten Verspätung in London. Völlig übermüdet und mit Angst unseren Anschlußflug zu verpassen. Ich sah uns vor meinem inneren Auge schon wieder durch diesen ewig langen, weit entfernten Tunnel rennen, aber es sollte noch schlimmer kommen... Wir wurden über den 'Fast Track' (die Schnellabfertigung) durchgeschleust. Es war wieder alles gar nicht oder sogar schlecht ausgeschildert und wir rieten mehr, als daß wir wußten, wo wir hin mußten.
Das Ganze wurde dann auch noch von einer Leibesvisitation gekrönt und ich hoffe wirklich, daß dank Schweißausbrüchen, diese (unbehandschuhte) Tussi sich richtig schön geekelt hat, daß sie das tun mußte, ha! *gemein ist*.
Sonnenaufgang in England
Eigentlich war um 12:10 Uhr das Einchecken beendet und der Abflug für 12:45 Uhr geplant. Man stelle sich vor, erst kriegen wir erzählt "Ja, wenn Sie diesen Flug noch kriegen wollen, dann müssen Sie schon rennen!", darauf ich "Ich bin chronisch krank und RENNEN kann und werde ich ganz bestimmt nicht!". Naja, gesaust bin ich dann doch und Peter schleppte netterweise meine Schuhe (nicht lachen!). Und als wir dann um 12:40 Uhr endlich am Gate ankommen, hampelt diese Tante ewig an unseren Tickets rum. Da war ich echt geladen und fragte so höflich wie möglich woran es denn läge. Ach nicht an Ihnen, man dachte nur Sie würden die Maschine nicht mehr schaffen und hat Ihre (übrigens teuer vorher reservierten) Plätze bereits anderweitig vergeben. GEHT ES DENN NOCH? Was für ein Scheißtag (pardon)!
Tschüß London!
Letztendlich dackeln wir mit den letzten Fluggästen, aus den hinteren Sitzreihen, doch noch zu unseren superengen und superunbequemen Sitzplätzen. Die Stewardessen machen uns blöd an, weil Peter den Rucksack weiter unter den Vordersitz schieben soll (geht nicht, da klemmen ja Sabrinas Hüte drauf) damit die beiden Ladies (wir) nicht im Notfall darüber fallen würden. Und dann soll er die Kopfhörer rausnehmen und ich meine Kamera ausmachen. Ersteres taten wir notgedrungen, die anderen beiden Sachen auch nach mehrmaligem Ermahnen NICHT! Bisher sind deswegen die anderen drei Maschinen jedenfalls auch nicht abgestürzt, oder?
Zu essen gab's dort gar nichts mehr, bloß noch was zu trinken.

Wir standen dann aus unerfindlichen Gründen eine Stunde lang auf dem Rollfeld und flogen erst eine Stunde später ab, Richtung München. Der Flieger kam jedoch nur mit 20 Minuten Verspätung in München an (keine Ahnung wie der Pilot das hingekriegt hat), eigentlich zum Glück meiner Freundin, die uns dort abholen wollte. Also war es jetzt 16 Uhr, Ortszeit.
Soweit, so gut.

Daß wir vom Zoll auf deutsch begrüßt wurden, hörte sich merkwürdig an, nach fünf Wochen englisch...
Und jetzt kommt's, Ihr denkt es Euch wahrscheinlich schon: wir waren da, unser Gepäck jedoch nicht. *genervt* Originalton... "Wir dachten, Sie würden Ihre Maschine sowieso nicht mehr schaffen und Ihre Koffer sind nun auf der nächsten British Airways Maschine." Ob sie uns die Koffer dann schicken sollen? Der Aufnahmeprozess und Beschreibung unserer Koffer dauerte dann erfolgreich so lange, dass das andere Flugzeug längst gelandet war und wir um 17:30 Uhr unser Gepäck selber entgegen nehmen konnten.
Meine Freundin schlug draußen inzwischen Wurzeln.

Es war unerträglich heiß in München, obwohl um einiges kühler als Kalifornien. Die Luftfeuchtigkeit spielt also sehr wohl eine Rolle! Auf der angenehmen Rückfahrt zu unserem Zuhause erfuhr ich dann ganz nebenbei, daß meine Mutter in ein Heim eingewiesen wurde. Näheres auf Anfrage.
Wie Ihr Euch vorstellen könnt ist MEINE Erholung hiermit vorbei und der Jetlag tut das seine. Eine Nacht in der ich die Toilette umarmte habe ich inzwischen schon wieder hinter mir, wobei mir vom stundenlangen spucken alle Rippen weh tun und mit Essen kann ich derzeit noch nicht viel anfangen. Mein Tag/Nacht Rhythmus ist total im Eimer. Pro Stunde Zeitverschiebung muß man wohl einen Tag rechnen, bis der Körper und seine Funktionen sich wieder normalisieren. Und das sind bei uns bekanntlich nur 9. *sarkastisch* Na prima! Bis gestern fühlte ich mich noch als würde ich nicht schauen, sondern schielen.

Zwei Tage Regen haben wir inzwischen hinter uns, aber von einem normalen Tagesablauf kann man noch längst nicht reden, auch die Koffer sind noch nicht gänzlich ausgepackt, wie man sich denken kann.

Empfangen wurden wir hiervon...
Blumen von Watson,
Zwetschgendatschi von Karola
 
Gulasch und Spätzle
Als Kolibri-Ersatz:
eine Libelle in unserem Wohnzimmer!!!
und von einem wunderbaren Abendessen bei unseren Freunden. Ein paar Souvenirs haben wir ebenfalls verteilt, aber nicht viele. Man hätte gleich immer überall was mitnehmen sollen und dank Chaos am Londoner Flughafen waren keine Last Minute Mitbringsel mehr drin. Ich hoffe Ihr verzeiht uns das.

Was wir von unserem Urlaub halten und wie es uns insgesamt gefallen hat? Das berichten wir Euch ein anderes Mal. Danke für's Mitlesen und... wir sind noch lange nicht fertig! Also: WEITERLESEN! Demnächst mehr.

9 Kommentare:

  1. Hallo Regina,
    hast Du ja wieder echt witzig geschrieben.
    Ich kann nur jedem abraten, den Londoner Heathrow Flughafen als Umsteige-Flughafen zu benutzen.
    Gruß
    Peter

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  2. Danke, danke, danke! Der Empfang hätte ein wenig unproblematischer sein können *meckert rum* ;-)

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  3. Na ihr 3 ,da habt ihr ja ne schöne Odyssee hinter euch gebracht aber trotz allem manchmal echt witzig, für euch weniger aber als leser(in) hihihi. Na wenigstens habt ihr ja dank watson ein leckeres essen bekommen Spätzle hmmm. Das mit deiner Mama is ja net so toll glaub ich dass da aus alle Wolken geflogen bist hat sie so schnell abgebaut geistig , körperlich? Da bist dann auch glei wieder in der Realität ,hoffe dir geht's jetzt auch wieder besser und musst net andauernd die Schüssel umarmen . Wünschen euch allen ne schöne stressfreie Woche lg uschi und die meinen

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  4. Meine mini M&M's kamen an.... DAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAANKEEEEEEEEEEEEEE!!!!!! :*:*:* Was bekommst denn dafür`??????????

    Boah ich freu mir grad voll den Ars.. ab ;)

    lg

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  5. Gar nichts, gerngeschehen, Melanie! Bin froh, daß sie heil angekommen sind. Deine Kommentare während unserer Reise waren Bezahlung genug! Und jetzt schimpfe am besten die aus, die mir meine fünfte Postkarte noch immer nicht geschickt haben! Buhuhu... ;-) Alles Liebe!

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  6. Liebe Uschi und die ihren ;-)
    Habe ja inzwischen Karle getroffen und ihn schon aufgeklärt, vieles davon muß hier net im Blog stehen. Bitte fleißig weiterlesen, denn wir werden fleißig weiterposten!
    Dir und Euch auch eine schöne Woche!
    LG, Regina und die meinigen...

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  7. Viele Jahre zu spät habe ich jetzt diesen Post gelesen. Sorry,...

    Wir sind auch mal mit British Airways geflogen (1xGatwick, 1x Heathrow) unser Fazit - Nie wieder British Airways.

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    1. Schon okay daß Du erst jetzt liest, bist ja schließlich auch in Urlaubsvorbereitungen und schreibst einen Reiseblog, da interessiert einen das schon. *freu* Ja also London und British Airways ist so eine Sache und dabei waren wir der Sprache wirklich mächtig. *kopfschüttel* Keine Ahnung wie Vielflieger das machen.

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