Sonntag, 13. August 2017

Ebene der großen Steine - Tal des Mondes



Eine kleine Hochebene im Norden Sardiniens trägt einen magischen Namen: Valle della Luna. Das war einer unserer ersten Reiseeindrücke der Insel. Eine vielseitige und atemberaubende Landschaft, die wir hier, bei uns daheim, so nicht kennen.
In der letzten Eiszeit auf Sardinien haben Gletscher, Wind und Wetter dort bizarre Felsen und Hügel geschaffen, massive, hausgroße Findlinge aus Granitstein durch die Landschaft geschoben und Felsbrocken übereinander getürmt. Sie bilden eine schier endlose Landschaft aus Granit, Tafoni-Felsen und Steinplateaus.

Valle della Luna besteht daher aus riesigen Granitfelsen, die in Jahrtausenden von der Natur geformt wurden und eine einmalige Kulisse bilden, umgeben von verschiedenen Buchten, die eingerahmt werden von der dichten, unberührten Macchia des Mittelmeerraums. Stellt Euch eine grüne Fläche umgeben von riesigen Granitfelsen in den unterschiedlichsten Formen vor.

Hier findet man auch den “Mönch mit Kapuze” (“Frate col cappuccio”).
Der Beiname „Tal des Mondes“ geht auf einige weiße Granitfelsen zurück, die nachts im Mondschein leuchten. Ob diese Landschaft nun wirklich einem Tal auf dem Mond gleicht, liegt im Auge des Betrachters. Die bizarre Landschaft der Hochebene, eingebettet in die Berge der Gallura, mit Fernblick auf das gewaltige Limbara-Massiv, ist aber wirklich außergewöhnlich.
Alien-Kopf (oder aus der Römerzeit?)
Es gehört zu den offenen Geheimnissen von Capo Testa. Kein Schild führt in das Tal auf dem Felskap bei Santa Teresa, in dem es spektakuläre Gesteinsformen und zum Teil bearbeitete Granitblöcke aus der Römerzeit zu entdecken gibt.
Echse oder Schildkröte oder sowas...
Das Tal war in den 1970er Jahren europaweit als Tal der Hippies bekannt. Der zugehörige Strand war außerdem bei Freunden des FKK sehr beliebt. Auch heute noch wohnen einige Blumenkinder in den Höhlen und zwischen den Felsen des Tals. Bei Vollmond scheinen die Felsen des Tals zu leben: im Spiel von Licht und Schatten erheben sich magische Formen und Figuren aus den Felsen, glitzert der Granit im Zwielicht der Nacht. Manchmal dient das "Valle" auch für sommernächtliche Raves. Höchst inoffiziell, versteht sich.
Planet der Affen - Affenkopf? Oder Bärenkopf?
Der weniger poetische Name, der Landschaft bei Aggius, lautet hingegen „Piana dei Gran Sassi“, auf gut deutsch „Ebene der großen Steine“.
Schildkröte (sagt Peter, siehst Du's nicht? Nö. Ihr?)
Hexenfelsen
Die einzigartige, eindrucksvolle Landschaft macht diesen Ort zu einem absolut einmaligen Erlebnis.
Hippie-Verstecke?
 

Obwohl diese Hochebene nordwestlich von Aggius ein einmaliges Naturparadies ist, sind Landschaft und Natur hier nicht durch einen Naturpark geschützt. Kuhweiden, Haferfelder und ein Granitsteinbruch gliedern sich harmonisch in die Landschaft ein. Da die Wiesen und Wälder aber von Bauern genutzt werden, sind viele Gebiete weitläufig eingezäunt und wer hier wandern will, muß zwangsläufig mit einer der vielen Stichstraßen und Feldwege Vorliebnehmen.
Jasmina & Alex 1/2 dynamisches Quartett
Alex, Jasmina, Regina & Peter = das dynamische Quartett
Hinter jedem Felsturm verbirgt sich eine andere Landschaft: mal eine Geröllwüste, unterbrochen von Sträuchern und Rosenbüschen, mal weite Grasländer, in der eine Unzahl von Insekten, Schmetterlingen, Spinnen und Vögeln leben. Dann dunkle Stein- und Korkeichenwälder mit Farnen und Affodill-Lilien überwuchert, sowie saftige Wiesen und Felder, in denen einige Bauern Landwirtschaft betreiben. In den Bächen und Auen des Valle della Luna leben wilde Landschildkröten, Nattern und Frösche. In den zahlreichen Fugen der Steinmauern, die das Tal wie ein Netz überziehen, fühlen sich Eidechsen und Salamander gleichermaßen wohl.

Rocco d'Elephante: Ein riesiger Felsbrocken, der durch Wind und Wetter die Umrisse eines gewaltigen Elefanten erhalten hat. Man findet ihn unweit von Castelsardo, direkt an der Straße. Jeder Tourist hat hier einen Pflicht-Foto-Stop.
Und übrigens sind wir bei der Anfahrt nach Sardinien, durch Italien, auch an Carrara vorbeigefahren, die Stadt, die bekannt ist für ihre Marmor-Steinbrüche. Leider hatten wir es eilig und mußten so mit den Granitsteinbrüchen auf Sardinien vorlieb nehmen… *grins* Nicht, daß es für diesen Beitrag relevant wäre, aber ich fand es zumindest erwähnenswert.
Steinadler aus Stein?
Möwe?
Ich hoffe Ihr erfreut Euch an den Bildern, in die jeder von uns etwas Anderes hinein interpretieren kann.


Wir hoffen Euch unterhaltsam unseren Urlaub näher gebracht zu haben. Sardinien ist wirklich eine (oder mehrere) Reise(n) wert!

Hiermit schließt für Heute, Euer allseits beliebtes Viertele des dynamischen Quartetts und zwar mittlererweile natürlich aus den heimatlichen Gefilden:

Regina-lein.

Und demnächst geht es dann schon weiter, mit den Urlaubsvorbereitungen unserer in 2 ½ Monaten anstehenden, nächsten Reise… zu den Muselmännern, nach Nordzypern.

Also bitte WEITERLESEN und fleißig KOMMENTIEREN!

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