Donnerstag, 25. Mai 2017

Cibi e bevande / Essen und Trinken

Liebe Leser,

natürlich haben wir im Urlaub auch gegessen und getrunken...

Bei mir stellte sich das ganz einfach dar, denn wir wurden ja mit italienischem Essen groß. Ich freute mich auf Pizza, Pasta und dergleichem. Allerdings erschloß sich mir noch nicht groß der Unterschied zwischen italienischem und sardischem Essen.

Leider kratzten wir daran auch nur am Rande. Vieles wurde interkontinental oder touristenmäßig abgewickelt, damit waren auch Alle zufrieden. Doch wie gerne wäre ich eigentlich tiefer in die Materie getaucht. Dazu waren 7 Tage aber wohl zu kurz.

Laßt micht mal rekapitulieren.

Für Peter immer ein schwieriges Thema ist es alkoholfreies Weizen zu bekommen, egal wo wir sind. Das höchste der Gefühle ist immer ein alkoholfreies Bier und schon da verstehen die Meisten den Unterschied zwischen 0% und leicht nicht. *augenroll*
Allüberall (nicht auf den Tannenspitzen... *kicher*) hielten wir also nach 'birra analcolica' Ausschau. Die Wortwahl hatten wir da leider noch nicht, kamen mit der Bezeichnung 'birra senza alcool' aber ganz gut durch. Glaubt mir aber, auf Nichts freute er sich mehr bei der Heimkehr (außer auf unsere Tochter) als darauf endlich seine Kehle mit seinem heißgeliebten alkoholfreien Weizen erfrischen zu können.

Für Regina war das einfacher: 'acqua minerale per favore' oder 'no vino prego', 'no alcool'.
Der Speisesaal unseres Hotels, doppelt so langes Buffet, links
Francesca, unsere Reiseführerin am ersten Tag, hat uns erklärt, daß Sardinien eigentlich sehr an Irland angelehnt ist, also der Fischfang und Fischgerichte jetzt nicht so präsent sind, wie Schafsgerichte z.B. Wir sollten uns darauf einstellen eher keine Fischgerichte zu essen zu bekommen und so war es dann auch. Ich glaube wir hatten auch nur einmal frischen Fisch am Buffet im Hotel.
Die meiste Zeit bestritten wir eh mit europäischen oder italienischen Gerichten, Schnitzel mit Pommes, Gulasch mit Reis, ab und zu gab es 'Pollo' Hühnchenfleisch, 'calamari fritti' - panierte Tintenfischringe, all so was halt.

Bei einem unserer ersten Halts erstanden wir an der Tankstelle ein 'Foccacio' - warm und saulecker, mit Zucchini gefüllt. Es hätte auch 'Panini' gegeben, belegtes Baguette.


An Eiscreme kamen wir natürlich in Italia nirgends vorbei. Ich habe statt 'Stracciatella' nun 'Fior di Latte' zu meiner neuen Lieblingssorte auserkoren. Heißt übersetzt 'das Beste der Milch' oder 'Milchblume' und schmeckt nach Vanille Softeis. *hmmmmmm*
Im Hafen von Livorno fragt mich mein Mann ob ich denn Lust auf Eis hätte, was für eine Frage, und wieviele Kugeln ich denn wolle. 3, hab ich gesagt... großer Fehler, denn ich hatte die Vorstellung von Tischtennisbällen in der Größe und der Italiener schabt das Eis mit einem Spatel und klatscht das in die Waffel. Daher werden die Kugeln unglaublich groß und die 3 Kugeln ersetzten mir irgendwie eine komplette Hauptmahlzeit! *uff*


Gelateria Smeralda, Orosei
Ich war übrigens ganz stolz, daß ich sagen konnte 'un coppa con tre Kugeln? prego'. Einen Becher mit drei Kugeln bitte. Nein, das Übersetzungsprogramm war leider nur auf Peters Handy, daher konnte und kann ich immer noch keine ganzen Sätze bilden. *seufz*
Eissorbet, Restaurant Biderrosa, Orosei

Und um beim Süßen zu bleiben, haben wir bei unserem sardischen Mittagessen im Olivenhain, einen Nachtisch 'di nonna' bekommen, der sich 'Sevada' nennt und in jeder Region anders gesprochen wird (von Seada, über Sebada bis zu Seatta).
Wie ich schon früher beschrieb, handelt es sich dabei um Grießknödel, gefüllt mit süßem Pecorino-Käse und übergoßen mit Honig.
Dieser wurde aus Eukalyptus und Orangenblüten gewonnen und ergibt den hellen, dünnflüßigen, sehr süßen Honig, der für die Sevadas verwendet wurde.
Die Oma hat den Nachtisch extra für uns frisch gemacht, wir mußten ihn vorbestellen. Sowas von lecker!
Sevada
Hier sieht man die Käsefüllung (Pecorino)
Was uns oft begegnet ist und wovon wir am Meisten fasziniert waren, okay... ich, war dieses spezielle sardische Brot, also eine Beilage. Nennt sich im Italienischen 'carta da musica' - Notenpapier, weil es so hauchdünn ist, eine Art sardisches Knäckebrot: es ist trocken und leicht und besteht aus mehreren runden, knusprigen Schichten, die aufeinander liegen. Es wird auf glühenden Kastanienholzscheiten gebacken. Man verzehrt es z.B. als Brotsuppe in Wasser aufgeweicht, zusammen mit Käsescheiben oder frischen Tomaten und Eiern. Schmeckt eigentlich wie Chips oder zu lang erwärmte Tortillas.
Uns wurde gesagt, daß der Sarde kein dunkles Brot hat/anbietet, daß wir überall nur weißes Baguette angeboten bekämen und so war es auch. Allerdings gab es auch überall dieses 'Notenpapier' - 'pane carasau' - oder auch pani, oder pane pistoccu genannt.
Jeder macht es ein bißchen anders, würzt verschieden oder es hat eine andere Form, eckig, oval, rund:

Sie machen daraus sogar eine Art Lasagne und ich denke, die ist es auch, die wir im Olivenhain als Hauptgericht angeboten bekamen, mit frischem parmigiano - Parmesan. Leider habe ich die Lasagne nicht fotografiert, da sie mir zwar sehr frisch und hausgemacht, aber dennoch unspektakulär vorkam. 'Pani frattau', Lamm, Tomaten, Käse und pochierte Eier. Hier eine ähnliche, aus dem Internet:
Ich glaube aber auf unserer Lasagne war kein Ei
Was uns als sardisches Abendessen aufgetischt wurde sah dann so aus:
1. Vorspeise
2. Vorspeise, Pasta (Gnocchi con parmigiano)

Verschiedenes Fleisch als Hauptgericht, mit Salat, geniale sardische Wurst
Und schließlich wollen wir unser Hirtenessen im Steineichenwald bei den Hirten, den Schweinen und Olivia nicht vergessen, dort kredenzte man uns Folgendes:
Es ging erstmal los mit einer Vorspeise:
Nicht zu vergessen, dieser leckere Maisfladen als Beilage!


Das Hauptgericht war natürlich das Spanferkel! Und ewig kam einer der Hirten um zu fragen ob wir noch was zu trinken benötigten, oder etwas von dem selbstgemachten Chips-Brot bräuchten.
Der vino rosso sei sehr süffig gewesen, habe ich mir sagen lassen. Man weiß es nicht.
Links acqua, rechts vino rosso (tavola = Tafelwein)
Da wurde aus Kanistern nachgefüllt
Lamm mit patatas (Kartoffeln)
 

Als zweiten Fleischgang gab es Lamm und sie hoben's mir sogar auf, während ich zwischendrin das bagno erforschte (WC)!
Auch einen Nachtisch hat es gegeben, nämlich Obst (Blutorangen) und so eine Art süß, gefülltes Plätzchen:
Und schließlich noch Absacker, in Form von Grappa und Mirto.
Der Grappa, den wir angeboten bekamen, war wohl ein besserer Brennspiritus, mindestens 40% alcool. Da hatten wir ja nochmal Glück, denn damals vergrub man den schwarz gebrannten Grappa in Flaschen, an denen ein Eisendraht (filo di ferro) befestigt war, im Boden so daß nur noch dieser herausragte, damit man die Flasche wiederfinden konnte.
Beim Brennen desselben werden manchmal sogar Alkoholgehalte von über 60% erreicht. Na dann 'Salute!' - Prost.
Mirto hingegen, ist ein sehr leckerer Likör aus der Myrthe, der sehr aromatisch ist. Er ist weiß, wenn er aus Blättern gewonnen wird und rot, wenn er aus Beeren gewonnen wird.
Ja, wir haben auch noch 'eingekauft'.
Kork-Servierplatten der Hirten
Auf La Maddalena mußten wir uns erneut selbst verköstigen, denn bis zum Abendessen auf der Nachtfähre dauerte es noch ein wenig. Daher ließen wir uns in diesem Lokal, draußen, nieder. Deren Karte sah so aus:
Die eine Hälfte des dynamischen Quartetts versteifte sich auf Pizza...
Alex' und Jasminas
...und auch die Fußballer wollten Pizza
Peter vergnügte sich mit seinem Birra senza und ich für meinen Teil testete 'Caprese tonno', das folgendermaßen aussah:
Ich hab's Zuhause schon nachgemacht, Tomate-Mozzarella mit Hardware (Thunfisch). Ist mir nicht schlecht gelungen, oder was meint Ihr?
So, mit diesen Geschmackseindrücken verlassen wir Euch für Heute.

Buonasera a tutti! Guten Abend allerseits!

Eure eine Hälfte, der Hälfte, des dynamischen Quartetts,
Regina

4 Kommentare:

  1. Hmmm, da bekommt man ja schon vom lesen richtig Hunger. Sieht echt lecker aus. Ich könnte mich da Tage oder Wochen nur von Pizza, div. Pasta und groooooßem Eis ernähren. Wäre Stammgast bei dieser guten Gelateria. Tja und Peter hätte sich da einen Kasten von seinem heißgeliebten "Tucher" (war´s glaub ich) in den Tiefen des Reisebusses reinpacken sollen...aber jetzt kann er ja alles nachholen.
    Danke für die schönen Eindrücke eurer Reise.

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    1. Hallo Claudia,
      Ja, geschmeckt hat's uns, kann man nix sagen.
      Was Peter angeht, ja also mit dem Clausthaler war er nicht so wirklich glücklich, hihihi.
      danke für's weiter Mitlesen! Hoffe es wird noch nicht langweilig.
      LG, Regina

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  2. Hallo liebes Regina-lein und Peter,
    bloss gut, dass ich schon zu Abend gegessen habe, eure Foodbilder machen Appetit und hungrig (köstlich, köstlich). Wie ich sehe --- verhungert seit ihr net und verdurschtet au net, es gab ja doch einiges zu verköstigen --lecker--- Eis Italienisch ---lecker---

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    1. Da habt Ihr Recht, hungrig sind wir aus'm Urlaub net zurückgekommen und Ideen haben wir auch mitgebracht und Proviant auch. Sogar die Schwiegermama hat noch was abgekriegt. S'Essen hat uns dort scho' g'taugt...

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