Vorab kann ich Euch beruhigen: heute war ein Bombentag!
Genau SO stellen Peter und ich uns Urlaub vor. So muß Urlaub!
Nuoro heißt übrigens ‚unser Herz‘.
Trotzdem es erneut recht früh los ging. Es hieß um 7 Uhr frühstücken,
damit wir dann um 9 Uhr abfahren konnten.
Inzwischen verschwimmen bei mir schon die Details, in diesem
Fall die tatsächliche Fahrtdauer, auch die Landschaft wurde bei mir inzwischen
zu einer farbigen Masse aus grünen Bäumen von Eichen, Pinien und Oliven. Ein
Mammutprogramm, selbst für unsere Verhältnisse.
Aber schee isses scho! :-)
Vormittags sind wir dann in Nuoro an einer mini-winzigen
Kirche gelandet und wollten fast wieder unseren Unmut kundtun. Doch wir machten
uns stattdessen brav auf, das Örtchen zu erkunden. Was eigentlich unsinnig war,
da wir einfach am Stadtrand abgesetzt wurden und einen Zeitrahmen von vierzig
Minuten Aufenthalt erhielten. Wir wollten das Meiste daraus herausholen und
untersuchten also erst die Kirche, dann die Hauptstraße, in brütender Hitze
natürlich und legten noch einen Zwischenstopp in einer Gelateria ein, bevor wir
wieder in den Bus mußten. Ja, ein paar schöne Fotos kamen dabei heraus.
Fast waren wir erneut am Punkt unserer gestrigen Rage, doch
dann…
wurde uns die Besichtigung von Murales in Orgosolo
versprochen, sogar mit Fußmarsch und Begleitung unseres Reiseleiters Salvatore.
DAFÜR hätten Peter und ich gerne einen halben Tag Zeit gehabt, denn es war
einfach zu schön. Prächtige Wandgemälde waren das, so schön wie in Kalifornien,
wo sie Murals heißen, aber hier mit geschichtsträchtigem Hintergrund.
Jedes Gemälde, oder viele, sind mit Text versehen und
erzählen die Handlung des Bildes. Der Sarde hat hier seinen politischen
Hintergrund aufgearbeitet. Mit etwas Sprachenbegabung versteht man die
italienischen Worte sogar ohne Übersetzung! Schaut Euch einfach auch mal ein
paar an:
Viel zu schnell mußten wir wieder zum Bus zurück und
weiterfahren, denn unser nächster Programmpunkt war ja bereits fest vereinbart
und wir wurden erwartet. Wir fuhren in einen Steineichenwald zu Hirten.
DAS war wirklich ursprünglich und richtig urig! Ihr müßt
Euch das vorstellen wie am Schluß eines Asterix & Obelix Heftes, wo sie im
Kreis um ein Lagerfeuer herumsitzen, Wildschwein essen und der Barde versucht
zu singen. Zwischen unseren Beinen, jedenfalls beinahe, sprangen echte, riesige
Wildschweine herum und ein Kampfdackel namens Olivia. Olivia bekämpfte die
Riesentiere durch heftiges Bellen und hielt sie davon ab uns zu zwicken, unsere
Reste zu schnabulieren, bzw. unsere Taschen zu durchwühlen.
In unserer Mitte war jedoch kein Lagerfeuer, sondern dort
stand eine Steineiche. Unsere Sitzplätze waren Granitsteine. Jeder bekam dann
ein Holzbrettchen, eine Holzgabel und einen tönernen Korkkrug. Serviert wurde
von riesigen Korktellern, wie wir sie am Anfang unserer Reise kennenlernen
durften.
Einer der Hirten umkreiste uns ständig, bewaffnet mit zwei
Tonkrügen, die sowohl Vino Rosso als auch Aqua enthielten. Dann wurden wir
bedient mit sardischer Wurst, sardischem Käse (Peccorino und Schafs- oder
Ziegenkäse), sardischem Brot und Fleisch. Und gerade als wir dachten es geht
nicht mehr… schnitt einer der Hirten die beiden Spanferkel(chen) mit der
Astschere klein und es wurde uns weiterserviert. Danach bekamen wir superfrische
Blutorangen und einen süßen Nachtisch. Das war eine Art gefüllte Teigtasche,
mit Perlen verziert, so ähnlich wie Plätzchen. Verdauungsschnaps gab’s natürlich
auch.
![]() |
| Alex, Stefan, Salvatore |
Als wir das Alles glücklich und bappsatt überstanden hatten,
wurden wir mit Hirtengesang bespaßt. Etwas ungewöhnlich, aber muß man mal
gehört haben. Der Chor war begeistert, soviel steht fest.
Dann boten die Hirten ihre Waren an, Wurst, Käse, Schnaps und
eine DVD der Gruppe.
Das war so ein unbeschreiblich schönes Erlebnis und so außergewöhnlich,
wir fühlten uns Heute echt wie die Gallier.
Gegen 17 Uhr waren wir zurück im Hotel, was uns genügend Zeit gab endlich Postkarten zu organisieren und noch schwimmen zu gehen. Peter war im Meer, ich im Pool und dann ging es weiter mit Abendessen.
Ich schwöre, wenn wir auf dieser Reise Eines gemacht haben,
dann ist es ESSEN!
Ich bin mir sicher, daß Euch diese Erlebnisse ebenfalls
gefallen würden. Ein einzigarter Tag!
Auf meiner Seite leider gekrönt von unbandigen Schmerzen,
aber das kenne ich ja schon. Ich geb auch gleich Ruhe, denn auch Morgen sollen
wir einmal mehr gestriegelt und gebügelt um 8.30 Uhr abfahrbereit sein. Dafür
müssen wir heute noch packen, denn das morgige Frühstück wird unsere letzte
Mahlzeit hier sein.
Was uns Morgen erwartet erzählen wir Euch ein andermal, denn…
jetzt ham’mer no‘ a bissi was zu tun.
Laßt es Euch gut gehen und bleibt unverdrossen, denn wir
bringen Euch das schöne Wetter mit, so in zwei Tagen. Genießt inzwischen ein paar
Fotos von uns.
Ach und, bevor ich’s vergeße, Uschi, alle Armaturen ließen
sich diesmal ‚normal‘ bewegen, bis auf die Badezimmerdusche… da stand ich kurz
vor Rauchzeichen. Das Wasser lief und lief so vor sich hin, in die Badewanne
und ich war kurz vor dem Nervenzusammenbruch, bis ich einen Ring um den
Wasserhahn fand. Da wo’s Wasser raus läuft. Erstaunlicherweise ist dieser wie
eine Kuh beim Melken zu bedienen, du ziehst diesen Ring sachte nach unten, wie
beim Kuheuter, und schon kommt das Wasser aus dem Duschkopf statt dem Hahn!
Toll, ge?
Ach und… scheinbar habe ich schon wieder mal einen
Sonnenbrand auf der Kopfhaut. *seufz* Manch Einer lernt nie, nicht einmal aus
den eigenen Erfahrungen! *augenroll*
Wie immer ganz liebe Grüße vom Viertele, Regina.







Oooooh,... Das freut mich riesig für Euch! Und die Bilder sehen auch toll aus. Die Zeit bei den Hirten klingt himmlisch. Wann hat man sowas schon mal? Eine tolle Erfahrung. Du hast recht, ich glaube das hätte uns auch gefallen. Rico bekommt auch IMMER einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut. (Geteiltes Leid ist halbes Leid? 😂).
AntwortenLöschenWir haben die Sonne bereits vor geschickt, bei uns regnet es seit gestern Abend/Nacht ununterbrochen bei 29 Grad.
Witzig - wir essen hier in Thailand so gut wie gar nichts. Dabei dachten wir, wir würden ununterbrochen futtern. Ich glaube unser nächster Urlaub geht auch nach Italien! 😀
LOL das würde ich Euch auch vorschlagen. Selten soviel Gastfreundschaft erlebt wie in Italien!
LöschenDas mit dem Wetter hat zum Glück geklappt, wir haben offensichtlich beide das schöne Wetter mitgebracht. Hoffentlich hält's recht lange.
Bin noch kräftig am After Sun schmieren in die Haare, ganz lecker. Aber wenigstens ist das mein einziges zu vermeldendes Manko und an dem bin ich auch noch selbst Schuld. ;-)
Hallo,
AntwortenLöschenwenn Jemand ein Video vom Schweinejagen oder vom Hirtengesang haben will, bitte melden.
Peter
bin blogtechnisch auf dem neuesten stand. tut mir leid dass du schmerzen hattest aber schön dass der urlaub jetzt endlich war wie ihr ihn euch vorgestellt habt. klingt cool. :) noch bisschen durchhalten dann seid ihr wieder im bequemen heimischen bett.
AntwortenLöschenFreut mich, daß Du mitliest. Tut mir leid, daß auch Du Schmerzen hast. Sana sana colita de rana und so, ge?
LöschenHoffentlich geht's Dir besser!!
AntwortenLöschenDer Tag klingt wirklich super!! Wobei Heinzi NIEMALS von einer Holzgabel essen würde (ihm stehen schon bei dem Gedanken daran alle Haare zu Berge) :-)))
Ja, Alles wieder gut, weil... Unkraut vergeht ja bekanntlich net, ge?
LöschenDer Tag war wirklich super. Dann hätte Heinzi halt mit den Fingern essen müssen, oder mit dem Schweizer Taschenmesser, denn Besteck gab's da ansonsten nicht.