Donnerstag, 24. Oktober 2019

Donnerstag - Schön ist es hier

Warum haben wir hier nicht schon längst mal Urlaub gemacht? Obwohl wir nie irgendwo zweimal urlauben, würde ich hier wirklich eine Ausnahme machen, in Montenegro.
Wie gesagt kriegen wir einfach nicht die Kurve vor 12 Uhr das Hotel zu verlassen, aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Langer Rede, kurzer Sinn, auch Heute war es wieder so. Unser Tagesplan sah vor erst einmal dem über 2.400 Jahre alten Olivenbaum einen Besuch abzustatten.






Damit sich für uns der Kreis schließt, mit dem asbachuralten Feigenbaum in Santa Barbara von vor 8 Jahren. Auch ein prächtiges Exemplar von einem Bäumchen. Unspektakulär aber sagenhaft in Szene gesetzt. Wer es nicht weiß, stolpert nicht unbedingt über diese Sehenswürdigkeit. Der Eintritt von 1,-€ war schon okay (pro Nase), da damit ja auch Instandhaltung finanziert wird. Zu bemängeln haben wir den zerlegten Brunnen, wäre schön gewesen das Dingens in Funktion zu sehen. Das Areal an sich war von einem zutraulichen Hütehund, einer hübschen gescheckten Katze und einer deutschsprachigen Kassenwärtin 'bewacht'. Wenn ich in der Nähe arbeiten würde, würde ich da oft meine Mittagspause verbringen, das ist mal klar.

Im Anschluß, es war schon gegen 14 Uhr geworden, machten wir uns auf das Büro von Michael, dem 'König von Montenegro' zu finden. Erst schickte uns Google im Kreis herum und dann taten wir uns schwer ohne Hausnummer irgendwas zu finden. Aber, wir wußten ja wie der junge Mann aussieht und plötzlich lief er da in einem Hof herum. Unter großem 'Hallo' saßen wir dann für eine Stunde und einen netten Plausch in seinem Büro.

Wir brauchten unbedingt noch kurz die Info ob man wirklich bis hinter zum Leuchtturm fahren darf, denn ich hatte irgendwas in Erinnerung, man müsse die letzten 700 Meter zu Fuß gehen. Da war ich aber fehlinformiert. Man kann tatsächlich bis vor's Loch, pardon, vor Stankos Haustüre fahren.
Irgendwie hatte ich jetzt einen pompösen, riesigen Leuchtturm erwartet, natürlich mit roten und weißen Streifen *kleinmädchenvorstellungen*... Weit gefehlt. Der Turm ist nur ganze 27 Meter hoch (korrigiert mich, falls ich falsch liege) und ist vom Wasser aus halt der höchste Punkt.
Stanko hat den Job dort seit 10 Jahren und hatte Heute Besuch von einem Freund von außerhalb. Dieser, jener, welcher sprach zum Glück soviel deutsch wie wir bosnisch und so kam eine Unterhaltung in Gang. Eine lustige wohlgemerkt. Die beiden Männer kamen wohl gerade von einer Schwimmrunde in der Adria, denn der Eine saß dort nur in Badehose. Beide Kerle schön braungebrannt und in unserem Alter (so um die 50).
Stanko und sein Kumpel aus Belgrad (rechts)
Stanko (Mitte), derzeit ältester und einziger Leuchtturmwärter Montenegros
Der Belgrader (links) und Regina (rechts) von oben
Gastfreundlich wie hier alle Montenegriner sind, gab es für jeden von uns einen Kaffee und Peter brachte sein Bier Zero mit (alkfrei). *schnatter schnatter* *erklär erklär* Peter griff sich Badehose und Handtuch und kletterte die Klippen hinab und stürzte sich in's Mittelmeer für ein paar Runden, bzw. Schwimmzüge, während die zwei Herren mich bespaßten.
So fand ich heraus, daß Stanko verheiratet ist, er zwei Söhne im Alter unserer Tochter hat und die Drei (Frau und Kinder) 10 km weit weg wohnen. Stanko hat nie Urlaub, aber den braucht er auch nicht, so schön wie der Ort hier ist, sagt er. Immer Party, meinten beide nur, auch wenn ich glaube es ist eher einsam. Die Winter seien recht kalt, meinte er nur.
Kochen tut er selber, oder grillen und halt in nahegelegene Ristorans (bosnisch geschrieben) gehen. Er ist eigentlich immer dort, renoviert gerade den Turm (innen) um dort wohnen zu können. Der Turm selber muß nicht mehr bestiegen werden, es läuft Alles automatisch und so abenteuerlich war wohl auch Peters Aufstieg...
Sie haben verweigert Geld für den Kaffee oder sonstwas zu nehmen. Putzig, oder?




Suchbild mit Peter
Wie vermutet kam Peter irgendwann glücklich zurück aus dem Meer, erklomm den Turm, wir ratschten noch weiter, verabschiedeten uns dann aber nach einer ganzen Weile. Natürlich gespickt mit Ratschlägen wo man was essen könne. Aber im Großen und Ganzen stimmten sie Michaels Checkliste zu. Das hieß für uns weiter im Text und mit unserer heutigen Route.



Mittagessen hatten wir ja ausfallen lassen, ein kleines Hüngerle war also da, für ein vorgezogenes Abendessen. Dieser Drang führte uns zum Cevapcici-Essen nach Ulcjne, zu Pojo, der angeblich das Beste in Montenegro macht. Es war Peter jedoch nicht durch genug, er fand das in der Pampa letztens besser. Ich mochte beide, sofern man Cevapcici mag. *grins*






Dafür bekamen wir als Nachtisch grüne Melone mit einer Art Weichkäse. Auch sehr lecker.
Schnell noch ein Selfie mit dem Besitzer und sein Sohn verwies uns auf's Lokal Avanti und zeigte uns wohin wir laufen müssten. Dort ist Alles fußläufig zu erreichen, auch für mich, wir waren sozusagen auf der Prachtmeile der Stadt unterwegs.

Peter beim Genießen
Gesucht, gefunden, keine 200 Meter entfernt, damit wir ja einen weiteren Punkt auf der Checkliste abhaken können/konnten: den Nachtisch/Kuchen 'Trelece' zu essen. Gesagt, getan. Übersetzt heißt das (wie auch im Mexikanischen) 'dreierlei Milch'. Also es war eine Art Sponge Cake (Schwammkuchen), getränkt mit Milch, in Milch schwimmend und obendrauf eine Art süße Soße, aus Sirup oder was Zimtigem, Likörigem (ohne Alk). Supersaulecker. Ka ma machn. Hihihi.
Grace Kelly Gedächtnis-Halstuch...
So gestärkt, äh, vollgefressen... zuckelten (oder rasten) wir gen Heimat. Ich für meinen Teil ohne Abendessen, obwohl es zeitlich noch gepasst hätte. Aber ich schreibe Euch lieber und geh früh schlafen, denn Morgen früh um 8 Uhr müssen wir schon wo sein. Wo, erzähle ich Euch dann Morgen. Wie das bei mir verdauungstechnisch so Alles funktionieren soll weiß ich noch nicht, ABER ich werde es Euch bestimmt nicht genauer erzählen. Auf jeden Fall beinhaltet es erstens einen langen Tag, an dem wir meistens bespaßt werden und bombastische Aussichten kriegen sollen und zweitens mit relativ viel Rumgelatsche, in aller Hergottsfrühe auch noch bergauf in Serpentinen. *UFF* Laßt mich daher Kräfte sammeln gehen.


Hier wohnt Stanko derzeit, dahinter steht erst der Leuchtturm
Schnell noch die Bilder des Tages für Euch in diesen Post gepackt und schon geht die kleine Regina Heiapupeia machen. Ich seh' Euch dann Morgen? Gute Nahacht Leuz.

Eure vollgefressenen Weltenbummler.
Zbogom (Auf Wiedersehen)
[Meine 5. neue Vokabel]

5 Kommentare:

  1. Das war ein Urlaubstag, wie ich ihn mir vorstellte.
    Nette Leute treffen und Quatschen, wenn auch teilweise mit Zeichensprache.
    Gut Essen in normalen, landestypischen Lokalen.
    Rund um: Einfach gut gehen lassen.

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    1. Da stimme ich Dir vollkommen zu, Peter. Dieser Tag, der uns beiden am Besten gefallen hat, scheint unsere Mitleser am Wenigsten beeindruckt zu haben *erstaunt*! Aber vielleicht schreibt uns ja noch Jemand was dazu? *winkt mit zaun*

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  2. Hi Urlauber, schöne Bilder habt ihr gemacht! Ihr hättet auch ruhig noch a bisserl Sonne mitbringen können! Bis bald dann mal wieder, liebe Grüßle *winkt*

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    1. Tja, irgendwie hat das mit der Sonne bestellen noch nicht so recht geklappt. Frustriert uns auch. Da sehnt man sich gleich wieder nach Urlaub. Ja, Fotos sin' schee, ge? War auch in echt toll... *zwinker* Biba, junge Frau.

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  3. 👍👍👍👍👍👍
    Diese sechs Mitglieder aus der Facebook-Montenegro-Gruppe mögen unseren Montenegro-Urlaubsblog...
    Holger Heinrich - Marion Brandmeyer - Uta Bajohra - Michael Hasselbach - Claudia Schmelt UND Na Dine Ma
    Vielen Dank dafür!

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