Der Einfall, die Nacht der Anreise ‚durchzumachen‘, war zwar
gut, aber anstrengend. Ich, für meinen Teil, bin Freitag morgens um 6 Uhr
aufgestanden und abends um circa 19 Uhr war Zuhause die Abfahrt. Im Hotelbett angekommen
bin ich dann tatsächlich erst am Samstagabend um 23 Uhr. Summa summarum 41
Stunden am Stück, das Meiste davon, ob meines Gesundheitszustandes, natürlich nüchtern,
teils ohne Flüssigkeitsaufnahme, einfach zur Sicherheit gegen Klounfälle. Auch meine Medikamente
gab’s dann erst komprimiert und spät, aber wie sagt der Schwabe? Basst scho.
Zug-zum-Flug klingt zwar chillig, war’s dann leider doch nicht.
Laßt es mich so sagen, das Entertainment während der Fahrt war gut (FC Bayern
Fans, zwei merkwürdige Pärchen und das trotz Platzreservierung), ab Köln waren
die Mitreisenden dann eher Leute mit Migrationshintergrund und sehr jung
(immerhin war es ja Fortgehabend), sehr laut, sehr eng. Doch irgendwann
trafen wir schließlich endlich, übermüdet und viel zu früh - denn nicht mal die
Lokalitäten hatten auf dem Düsseldorfer Flughafen offen, erst ab 3 Uhr - usw.
usf. am DUS (Düsseldorfer Flughafen) ein. Der Skytrain (Zubringerzug am Airport) war noch nicht einmal verfügbar (einfach zu früh), wir
mussten einen Shuttlebus zum Terminal nehmen, einchecken, unsere Bordkarten
selbst ausdrucken, Koffer abgeben und waren dann unter den Ersten, die auf den Flieger
warteten. Gegen 6 Uhr früh am Sonntag tauchte das Personal auf, wir checkten ein
und ein Bus karrte uns zum Flieger, vorbei an einem Thomas Cook Flugzeug (!).
Diesmal saßen wir hinten, hatten also die Tragflächen beim fotografiern nicht sonderlich im Visier.
Um es abzukürzen… nach dem üblichen Ankunftsprozedere und
ohne Probleme mit der Medikamenteneinfuhr, waren wir dann um 9 Uhr tatsächlich
beim Autovermieter vor Ort (in Tivat auf Montenegro), nahmen unseren geliehenen EOS (definitiv eine
schlechter ausgestattete Version unseres Jetzigen Daheim) in Augenschein. Die Kommunikation funzte auf
deutsch, englisch und bosnisch durcheinander und natürlich mit Händen und Füssen. Wir wissen noch nicht so ganz genau
ob wir mit der Autoversicherung über den Tisch gezogen wurden, fuhren dann aber
irgendwann glücklich davon, in Richtung Hotel Rivijera in Petrovac.
Ohne unseren allseits beliebten Montenegro-Experten Michael
auf uns gestellt (nur zum Verständnis, er ist so lieb uns Tips zu geben, an
denen er bisher Nichts verdient und natürlich hat er anderweitig zu tun,
dennoch steht er mit Rat und Tat parat) haben wir kurzerhand Rast eingelegt
ohne bisher im Hotel einzuschecken. Mit offenem Verdeck unterwegs. *ZACK*
rangefahren wo es besonders idyllisch aussah.
Leider ist die Übersetzungs-App bisher ausgefallen, wegen
mangelndem WLAN und Michael und Sandra haben uns ja davon abgeraten kroatisch zu
benutzen, das Einzige was die App offline anbieten würde… Daher waren wir auf deren gebrochenes Englisch, unsere fünf Brocken auswendig gelerntes Bosnisch
und Hände und Füße angewiesen, was eigentlich recht lustig ist. Bis auf zwei
mürrische Einheimische im Flughafen und im Hotel, kommen wir eigentlich ganz
gut damit zurecht. Die Leute sind tatsächlich recht glücklich wenn wir uns
wenigstens bemühen. Dem Marco Polo Taschenratgeber sei Dank.
Wir verleibten uns ein besonders leckeres und preiswertes
Frühstück ein. Und ich muß Euch sagen: das DUFTET hier sagenhaft! Die Natur meine ich. 26 Grad
Sonne, die nahe Adria und frisch gemähtes Gras unter uns… so muß Sommer riechen!
Herrlich warm, sonnig und einfach schön! Endlich ausspannen. Uns geht es gut.
Danach zuckelten wir gemütlich weiter zum Hotel. Es war
einfach zu warm, hihihi. Wir mußten definitiv Klamotten wechseln, raus aus dem deutschen
Herbstklamottengedöns, rein in Sommersachen und ab in’s offene Cabrio gehüpft
und die Panoramica Road 3D entlang gezuckelt, da wir leider Michael verpasst
haben, der in Virpazar, sprich über den Skadarsee, Touris bespaßt hat. Ohne
bosnisch kamen wir da nicht weit, sind dann aber einfach so los, da die Straße
schöne Aussichten in die Landschaft versprach.
Der Zustand der Straße war zwar abenteuerlich
(Schlaglöcher, abgebröckelter Asphalt) aber lustig war’s dennoch. Peter sauste
durch Serpentinen und Haarnadelkurven, über Bodenwellen und haarscharf an
Abgründen (meistens auf der Beifahrerseite) vorbei, daß es einem Angst und bang
werden hätte können. Wir begegneten Kühen, mitten auf der Straße und auch einem
Straßenköter, der aussah wie Rantanplan aus Lucky Luke.
Doch plötzlich kamen wir an einer Ruine vorbei, die wir
fotografieren wollten. Also kurzerhand Rückwärtsgang eingelegt und wir versahen
uns bei sehr freundlichen Einheimischen angekommen, die uns zum Essen ‚einluden‘
(natürlich nicht auf deren Kosten), in einem zwar ramponierten, aber ebenfalls
sehr idyllischem Biergarten mit Blick über ein bergiges, grünes Tal, Blick auf
die Adria und vielen jungen Leuten.
Jeder verstand einen Brocken deutsch, einer konnte gut englisch,
hatte in Deutschland gearbeitet und so verhalf man uns zu einem vorgezogenen
und aus dem Ärmel geschüttelten Abendessen von Cevapcici, Oliven und frischen
Zwiebeln, mit ganz leckerem Brot, das wie Riesen-Toastbrot-Semmeln schmeckte.
Wir waren voll, ist das Mindeste was ich behaupten kann. Zwar ohne alkoholfreies
Bier, aber doch mit Cola und Mineralwasser, angekuschelt von wilden Katzen und
einem herzigen Welpen, die alle nicht bettelten, aber gestreichelt werden
wollten, was wir natürlich tunlichst machten.
Mit großem Zdravo, tschüß und ciao wurden wir mit viel hvala
verabschiedet und können uns für diese Gastfreundschaft nur herzlich bedanken.
Peter meinte nur das hätte ihn für alles andere Schlechte des Tages
entschädigt. Wir kurvten dann, im wahrsten Sinne des Wortes, weiter zurück zum
Hotel und sind gefühlt einmal rund um Lummerland gefahren. Es war (offen) auch
nicht zu kalt oder zu windig, wir noch zur Abendessenszeit zurück im Hotel,
aßen z.B. Miesmuscheln (er) und Nachtisch (ich) um meine Gelüste nach süß-sauer
zu befriedigen.
Spätabends noch eine genauere Route für den heutigen Tag
ausgetüftelt und flugs und husch husch ab in’s Körbchen.
Mit Startschwierigkeiten und Zeitverzögerung in den Montag
gestartet, denn es ist gleich Mittag und wir noch im Hotel. Wir sind wieder
autark, da Michael andere Pläne hat, aber wir haben von ihm viele Links und
Hinweise erhalten, wofür wir ‚forever so greatful‘ ihm auf ewig dankbar sind.
Hoffentlich treffen wir ihn bald mal in Person, während wir weiter fleißig
urlauben.
So, schnell noch ein paar Fotos für Euch und auf und davon
sind wir… Zdravo!
Nachtrag, auf Grund Peters Kommentar unten:
Nachtrag, auf Grund Peters Kommentar unten:
![]() |
| Versteckt hinter den Bäumen rechts, auf der Anhöhe... geht der Biergarten weiter, mit Bombenblick! |
![]() |
| Besagter Obelisk... Keine Ahnung wofür der steht. (Vielleicht gehört er zu Obelix' Sammlung?) |





Da steh ich auch voll drauf: Steile Abhänge auf der Beifahrerseite.
AntwortenLöschenDas schlimmste war mal in Spanien, in nem Bus, ne enge Serpentinenstraße den Berg rauf. Ich saß ganz hinten und konnte bei jeder Kurve in den Abgrund blicken. Dachte mir nur, hoffentlich bleibt auch der letzte Reifen auf der Straße.
Genauso! Du verstehst mich halt...
LöschenLove it <3
AntwortenLöschenTy for checking out them pics. We love our vacation so far! Wonderful weather, very nice people.
LöschenHerrschafftszeiten wieder falsch geklickt, muss nochmal alles schreiben, eure Hinreise sehr abenteuerlich, zu zweit verkraftet man es, Ziel erreicht, Land und Leute kennen zu lernen seit ihr gerade dabei, schon allein das warme Klima könnte man ins schwärmen kommen,ihr seit flexibel und nehmt euch das mit das euch jetzt begegnet in diesem Urlaub, wünsche euch nur schöne Begebenheiten, eure hanni
AntwortenLöschenWir fühlen uns schon fast unverschämt gut, Hanni, das stimmt. Das mediterrane Flair schwingt einfach überall mit und das macht den Urlaub so entspannend für uns. Die regen sich nicht gleich so auf im Straßenverkehr, oder beschimpfen sich mal eben wieder wild, bloß um sich dann gleich wieder freundlich anzuhupen um sich zu begrüßen. Und fahren tun sie wie die Römer, ohne Rücksicht auf Verluste. Du müsstest das hier bloß mal duften und schmecken können. Land und Leute sind hier echt toll, auch wenn wir keinen Pieps verstehen, wir machen halt mal mit. *grins* Also ich habe momentan noch keinen Drang zu den grummeligen Deutschen und dem Schmuddelwetter, der Kälte zurückzukehren.
LöschenHallo ihr zwei ,
AntwortenLöschenNach eurer Odyssee seid ihr ja dann doch noch gut gelandet — zum Glück .
Nach der Autofahrt mit dem Capriolett ��— Beifahrer mit Abgrund��— nix für mich — habt ihr ja eure Unterkunft doch noch erreicht — aber die Gegend ist schön Schöne Tage noch lg Uschi und Karl
Ja, also ich habe die abschüßige Seite auch lieber auf seiner Fahrerseite. Ich schau dann am Besten nicht nach unten, hihihi. Hotel ist sehr schön, wie auch die Gegend. Schöne Tage werden wir bestimmt haben! Re-lG, Regina
LöschenHallo Zusammen,
AntwortenLöschensollte jemand von Euch mal in den Biergarten oder zum Obelisken wollen, ich habe für Beides die Geodaten ermittelt:
Obelisk: 42°08'27.7"N+19°08'08.4"E
Biergarten: 42°08'43.8"N+19°07'20.6"E
Wenn Ihr mit Google-Maps navigiert ist als Ziel folgendes einzugeben:
Obelisk: 42.141026, 19.1356668
Biergarten: 42.145510, 19.122376
Viel Spaß dabei.
Gruß
Peter
So a braver Mo' *zwinker* Da muß ich ja gleich zwingend die beiden Fotos dazu aus dem Internet hochladen. *grins*
Löschen