Mittwoch, 8. November 2017

3. Tag – Samstag – Das Mafia-Haus

Nach dem Frühstück standen zwei Herren von der Autovermietung vor uns und… verließen uns leider wieder recht bald unverrichteter Dinge. *entsetzt* DENN LEIDER… hätten wir mit deren Auto bloß im Norden bleiben dürfen/müssen. Nachdem ich bei der Rezeptionistin ‚rumgestänkert‘ hatte, hat sie ganz lieb zu uns gesagt, daß weder die Türken noch die Griechen etwas dagegen hätten, daß wir die Pufferzone überqueren, sondern nur deren Regierungen. Echt knifflig und nervig, deren Konflikt.
Wir sahen schon all unsere Felle davonschwimmen, als sich der eine ‚Alde‘ mit einem anderen ‚Alden‘ (Alda) kurzgeschlossen hatte und uns einfach eine andere Firma vermittelte, denn zuerst hieß es… *schulterzuck* dann kriegen sie halt kein Auto! *ENTSETZT* dann wäre unsere gesamte Urlaubsplanung dahin gewesen!! Innerhalb einer Stunde hatten wir den zweiten Heini, der uns im Jeep abholt, an der Angel. Wir müssen in sein Office, hieß es. Dort saß die Matrona und wachte mit finsterer Miene über Alles.
Ich kann jetzt nicht mehr nachvollziehen wie das Alles zuging, wir wollten jedenfalls keinen Jeep und kriegten jetzt ein Cabrio ‚verordnet‘ (!). Zweisitzer, man braucht einen Schuhlöffel zum Einsteigen. Und man bedenke: LINKSVERKEHR. Die Schaltung also links und die Gänge anders angelegt. Aber… Peter schafft das. Wir lassen zwar kein Schlagloch aus und sind rasant unterwegs, aber wir ‚fliegen unter‘m Radar‘ sozusagen.

Kosten tut uns der Spaß nur 150 Euro für fünf Tage. Kann man nicht meckern, oder? Plus 25 Euro Versicherung für Griechenland und den Sprit müssen wir halt zahlen. Wir bringen das Ding am letzten Tag zurück zur Autovermietung und der nette Angestellte kurvt uns dann zurück in‘s Hotel.

Damit dürfen wir beide Landesteile befahren, müssen aber mit unserem Vorhaben bis Montag warten. DANN müssen wir einen bestimmten Grenzübergang benutzen, damit DORT die Papiere von beiden Ländern/Regierungen abgesegnet werden können und wir die 25 Mäuse zahlen können.

Wir waren nicht erfreut uns hier auf Nordzypern nochmal zwei Tage bespaßen zu müssen, aber auch das haben wir gut rumgekriegt. Der Merhaba von der Autovermietung hat uns auf der Landkarte eingezeichnet was der Touri sich so Alles ansehen MUSS. Die Anregungen haben wir uns zu Herzen genommen und fahren Heute also zum Mafia-Haus (Mavi Kosk oder so ähnlich). Al Capone war da zwar nicht zu bestaunen, aber die Hinterlassenschaften des Byron Pavlides.



Byron Pavlides


Rotes Zimmer

Blaues Zimmer

Erdbebenstatue hinten
 





Hier floß der Wein in Strömen
 


Er hatte sich im Jahre 1957 diesen Traum von Haus (wer’s mag) erfüllt. Tourguide war ich selbst, sie hatten mir eine englische Broschüre in die Hand gedrückt und ließen uns zu zweit als Gruppe losmarschieren. Teils mit Tüten auf den Füßen, um die verwahrlosten Teppiche zu schonen. Ich habe Peter versucht Alles auszudeutschen, während er heimlich und unvorschriftsmäßig fotografierte. Übrigens wäre das Gelände des ‚Blue Mansion‘ mit Bus schlecht zu besuchen, da jeder Führerschein kontrolliert wird und abgegeben werden muß. Schwer bewaffnete Soldaten bewachen dort das blaue Haus. Warum? Keine Ahnung.

Verzeiht falls ich die Geschichte nicht akurat und vollständig wiedergeben kann, es war einfach zuviel Info. Der gute Mann Pavlides hat jedenfalls Alles im Stil der 60er Jahre eingerichtet. Es gibt dort z.B. ein gelbes Zimmer (für Kinder), ein rotes, ein grünes und ein blaues. Einen schönen Pool, so Etwas wie ein Amphitheater im Garten, in der Mitte des Hauses eine Statue, falls die runterfällt hört man das im ganzen Haus und weiß es gibt ein Erdbeben. Das gelbe Zimmer ist sogar erdbebensicher gebaut. Und so die eine oder andere historische Tatsache und Einrichtung gab’s ebenfalls zu bestaunen, aber das habe ich entweder verdrängt oder es ist mir schlichtweg entfallen. Ich muß daheim also noch recherchieren und werde dann nachträglich detaillierteTouri-Info schreiben, okay?

Herr Byron Pavlides kommt jedenfalls aus reichem Hause, deren Business war der Handel mit Motoren. Mit diesem Geld konnte er das Haus bauen, welches von unten nicht zu erkennen ist, selbst wenn man am Stausee steht. Somit eignete es sich gut für Schmuggel, was auch intensiv betrieben wurde und die Prominenz gab sich dort ebenfalls die Türklinken in die Hand.
Auf jeden Fall wurde dieser kriminelle Mensch im Jahre 1986 von einem Türken in Italien erschoßen, Punkt.
Warum nun das Militär seine Hinterlassenschaften bewacht? Frau weiß es nicht. Aber schöne Fotos, schaut selbst…
Und so ganz nebenbei sind uns dort noch vier Amis begegnet, die mit uns der Meinung waren, daß das ganze Setting (Ambiente) dort schon arg dem Hearst Castle in Kalifornien ähnelt. Andere Umstände okay, doch sehr ähnlich.

Wir beendeten den Tag mit einer rasanten oben-ohne-Fahrt an’s Meer. Damit der Bua endlich das Meer sieht und seine Füße in’s Wasser stecken konnte. Außerdem hatte er noch ein intensives Gespräch mit (nein, keinem Schwein *insider*) sondern mit seinem ersten Esel.

4 Kommentare:

  1. Hast Du wieder sehr gut geschrieben.
    Peter

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    1. Danke Dir. Ich gib mir Mühe Alles nochmal Revue passieren zu lassen.

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  2. Oh da habt ihr aber ein bisschen „Stress „ mit den Autoverleihern gehabt …aber geht doch .
    Wieder mal ein sehr aufschlussreicher und interessanter Beitrag
    Der Sprechende Esel ist cool hahaha
    Liebe grüsse Uschi

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    1. Ja Uschi, dafür muß man schon in 'Esianisch' ausgebildet sein... und die Autoverleiher (?) man wird sehen was da noch kommt, wo doch das Auto noch einen Monat Versicherung hat. Aber vielleicht waren es ja ehrliche 'Häute'. Gruhuß zurück.

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