Freitag, 10. November 2017

6. Tag – Dienstag – Larnaca Salzsee, Agia Napa Skulpturenpark, Agio Saranta Cave Church, Feigenbaumbucht

Auf diesen Tag war ich am Meisten gespannt, enthielt er doch die meisten Dinge, die ich unbedingt sehen wollte. Damit habe ich Peter, glaube ich, angesteckt. Zu meinem großen Erstaunen lagen all diese Orte ziemlich nah beieinander, wodurch zwar wieder viele Kilometer zu fahren waren, aber irgendwie eben doch nicht. 





Wir fuhren als Erstes nach Larnaca an den Salzsee, der für seine Wildvögel bekannt sein soll. Meine Mutter mochte schon immer Flamingos und damit hat sie mich angesteckt, also wollte ich die sehen. Dank dem Gockel (Google Maps) und trotz rasantem türkisch-griechischem-Linksverkehr mit Schlaglöchern, kamen wir zügig und punktgenau dort an.
Und dann war dieses Dingens (See) fast leer an Wasser. Aber ist ja irgendwie logisch, im Nachhinein, daß bei den Temperaturen das Wasser über den Sommer zu verdunsten beginnt, oder? Enten oder andere Wildvögel haben wir zwar nicht entdeckt, aber doch ein paar Flamingos. Beide sind wir soweit wie möglich in den Salzsee gestapft, jedoch wurde es mir bald zu rutschig. Peter stapfte, wie eigentlich zu erwarten war, sofort drauflos und bis über die Mitte hinein. Er schlußfolgerte richtig, wenn die Flamingos da drin stehen können, kann er das auch und erhielt gleich noch ein automatisches Fußpeeling, weil der Grund des Sees durch die Ablagerungen so verhärtet ist.
Die weißen und rosa Vögel ließen ihn nicht nahe an sich heran kommen, aber er mit dem Fernglas (integrierte Kamera) hinterher. Auch spiegelte sich Alles im See, so kamen die Fotoeffekte zustande.

Während seiner ‚Verfolgungsjagd‘ inspizierte ich die Infotafeln am Rande des Sees, die aber hauptsächlich auf griechisch waren, logischerweise. Ich habe sie auch abfotografiert, aber es war wie immer viel zuviel Information, die frau sich gar nicht merken konnte. Laßt mich mal rekapitulieren was ich behalten habe…
Alle Zugvögel (5 Billionen jährlich) kommen an diesem See vorbei, um zu rasten und Nahrung für den Weiterflug aufzunehmen. Die Vögel, aus diversen Kontinenten, sind teilweise 400 km unterwegs gewesen, bis sie dort ankommen. Sollte der See in Larnaca leer sein, haben sie noch die Option einen weiteren Salzsee auf Zypern anzufliegen, aber wenn auch in dem alles Wasser verdunstet ist, müssen sie bis nach Südafrika weiterfliegen. 


Unser Auto-le



Die Flamingos ernähren sich übrigens von Shrimps, daher sind die Jungtiere noch weiß, weil sie noch nicht allzuviele Krabben gemampft haben. Je älter und verfressener, desto rosaner sind sie. *zwinker*
Das Wasser muß verdunsten, damit sich Algen und Mikroorganismen bilden können, die Shrimpeier (nehme ich an) abgelegt werden können und sich vermehren, damit es dann in der nächsten Saison wieder Happahappa für die roséfarbenen Tiere gibt. Am Rande des Sees waren übrigens Salzlaken, richtig verkrustete.

Zum Thema Salz selber, dieses wurde weltweit von hier bezogen, bis die Vorräte erschöpft waren. Seit 1986 muß auch Zypern Salz importieren, weil es nicht mehr genügend gibt. So ist das. 
Windräder... seht Ihr sie?



An dieser Sehenswürdigkeit haben wir einen Haufen Deutscher getroffen, die sich auch mit Mietwägen oder Motorrädern dorthin verirrt haben. Man kam sich gleich wie daheim vor…

Rund um den See haben wir übrigens jede Menge Windräder entdeckt und ich hoffe man kann sie auf den Bildern auch gut erkennen. Griechenland scheint also auch auf der Seite der alternativen Energien Lichtjahre weiter entwickelt zu sein als die Türkei. Auch ist diese Seite des Landes wesentlich grüner, es gibt hier scheinbar genug Wasser damit die Natur nicht so karg ist wie auf der türkischen Seite. Die Türken beziehen ihr Wasser, gemäß Aussage unseres Reiseleiters Kaya, vom türkischen Festland und sind nicht EU-gefördert, aber ist ja klar. Man kann sich nicht autark abspalten und dann europäische Subventionen erwarten, oder? Also erkennt man den Unterschied nicht nur am Straßenbau und an der Architektur, sondern auch an der blühenden Flora. Zypern, zwei Welten treffen aufeinander, also doch Asien/der Orient und Europa und wir mittendrin, mit unserem schnittigen Cabrio, offenem Verdeck, in dem wir uns für ein paar Tage die Sonne auf’s Hirn brennen ließen.
Meinen einzigen Sonnenbrand hatte ich dieses Mal übrigens vom Halten des Navis, denn eine Halterung hatten wir nicht dabei… das ein oder andere Mal flog es mir beim Durchfahren der Schlaglöcher schon aus der Hand *kicher*. Aber Alles gut, Nix kaputt… Mir hat mein Audrey-Hepburn-Gedächtnis-Hut Schatten gespendet, aber Peter hat volle Lotte Hitze und Sonne abgekriegt und ein entsprechend ‚getöntes‘ Gesicht, und nein, keinen Hitzschlag bekommen.

Doch nun weiter zum zweiten Tagespunkt: der Skulpturenpark in Ayia Napa, tatsächlich nur ein paar Kilometer weiter. Wie wir herausfanden, wurde dieser erst 2014 eröffnet, ist also noch entsprechend schlecht zu finden oder ausgeschildert. Aber auch das haben wir geschafft. Manche Skulpturen wurden erst 2015 oder 2016 hinzugefügt. Stilistisch sind manche historisch angehaucht und spiegeln die griechische Mythologie wider und andere wiederrum sind modern gestaltet.
Erwartet hatte ich so ungefähr fünfzig Statuen aus Kalkstein oder Sandstein, doch tatsächlich handelt es sich inzwischen um weit mehr als über hundert Ausstellungsstücke, die wir nicht ALLE abfotografiert und angesehen haben. Das Gelände zieht sich doch ziemlich hin und die Temperatur lag bei 27 Grad in praller Sonne. Und da im Geröll auf und ab zu stapfen verlangte mir schon Alles ab. Irgendwann ließ ich Peter seine Runden ziehen und selbst er marschierte nicht überall hin. Wir lichteten die Skulpturen ab, die uns gefielen und machten uns dann auf zur Weiterfahrt.
Wer hier einen Parkplatz erwartet hat wurde herbe enttäuscht wegen Ist-nicht. Eine leere, zementierte Grundplatte habe ich übrigens auch entdeckt, wohl die Vorbereitung für eine nächste Addition zum Park. WIE die Griechen die Figuren dorthin manövriert haben kann ich mir nicht vorstellen, aber irgendwie haben sie’s geschafft. 








So, wieder eine Sehenswürdigkeit, die wohl nur wenige ausländische Touristen vor uns besichtigt haben. Aber jetzt können wir die Mähr ja weiterverbreiten und Ihr auch. *fettes grinsen* 
Split-Aufnahme (gleichzeitig vor und zurück)
Nachempfunden

für's Kind...

Aus 1

mach 3

und 2

Gefiel mir

Gefiel ihm

ihm

mir

mir

Minotaurus und Petrotaurus

Bequem hatten sie's, die alten Griechen oder Römer...





Nun ging es weiter zur Hauptattraktion, die ich mir eingebildet hatte: die Kapelle im Fels, nicht größer wie ein Plumpsklo (so dachte ich). Es war schon ein wenig abenteuerlich anhand der Wegbeschreibung hinzufinden. Letztendlich gab ein Kommentar zu einem Foto auf Facebook den Ausschlag.
Wir sollten uns hauptsächlich Richtung Berge und nicht Richtung Meer orientieren und falls Gabelungen kämen, eher die Linken nehmen als die Rechten und so irrten wir schon ein wenig durch die Pampa, bis wir zufällig einen Wegweiser mit ‚Church Profitis Elias‘ lasen. Es war schon lustig, weil wir an einem griechischen Parkhotel abbiegen sollten, das ist uns aber nie begegnet und an der ‚Moonshine Ranch‘ sollten wir vorbeifahren. Sind wir tatsächlich *lacht*, da wir an dem Schild ‚Horseback Riding‘ vorbeirauschten und später nochmal dahin zurückfahren mußten. Wie dem auch sei, ein paar verkehrte Abbiegungen und ein unfreiwilliger Gärtnereibesuch später, gab uns dann den entscheidenden Hinweis mit dem Propheten Elias. Ich höre Peter noch sagen, da in den Bergen sieht er was Weißes, das muß es sein und schwups, standen wir mit unserem Zweisitzer vor diesem spannenden Anblick, mit der bombastischen Aussicht, aber schaut doch selbst. Foto nachfolgend.
Wer nun genau diese ‚Kakopetria Ayioi Saranta Cave Church‘, also diese Felsenkirche dort und für wen gebaut hat, wissen wir in Ermangelung eines Fremdenführers zwar nicht, aber Gottesdienste finden dort noch regelmäßig statt, denn Staub gewischt war und es lag schon ein Zettel mit Namen für nächsten Sonntag am Mini-Altar (ob das nun Segnungen, Täuflinge, oder Verstorbene waren, keine Ahnung). Gebt Euch diesen Ausblick von oben runter, unglaublich! 












Und weil wir schon grad in der Gegend waren… wollte dieser Mensch neben mir, doch tatsächlich auch noch in’s Meer und wie es der Zufall wollte stand ja auf meiner Liste noch die ‚Fig Tree Bay‘, die Feigenbaumbucht. Gesagt, getan, äh gefahr’n. Die Einheimischen waren wieder recht auskunftsfreudig, wo denn nun genau die Zufahrt zum Strand wäre. Aber zwei junge Typen haben uns sowieso zuerst angelabert, weil sie ein Feuerzeug brauchten… also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zu meinem Amüsement waren am Strand nicht nur viele Strandliegen, doch tatsächlich auch ein Lokal namens ‚The Blue Peter‘ *lacht sich schöps*. Wir waren froh um den Boxenstop (öffentliches WC) und schon warf sich Peter in die Fluten, nutzte die letzten Sonnenstrahlen des Tages aus. Denn da ja Herbst ist, wird es auch dort gegen 16/17 Uhr dämmrig. 
Da steht: Lucky you are here









Das hieß natürlich, Magenknurren, Abendessenzeit, Rückfahrt zum Hotel, was wir sodann auch taten. Punkt. Und Morgen war ja quasi schon unser letzter Tag, denn Donnerstag beinhaltet eigentlich ausschließlich die Heimfahrt. *seufz*

Ach und... warum der Strand Feigenbaumbucht heißt ist uns schleierhaft, denn wir haben zwar allerhand Bäume entdeckt, bloß keinen Feigenbaum. Jetzt kommt Ihr. Oder wie Obelix sagen würde: die spinnen, die Griechen bzw. die Zyprioten.

Wir fuhren ein letztes Mal über die Grenze zurück in die Türkei zu den Muselmanen und planten die wenigen Sachen die wir noch erledigen wollten, dort im Urlaub. Morgen mehr (Meer).

4 Kommentare:

  1. Also ich muss schon sagen ,ihr habt wieder aus den paar Tagen das meiste rausgeholt, wirklich interessante ,informative ,manchmal auch lustige ..schmunzel...
    Ausflüge die ihr da gemacht habt Die Bilder einsame Spitze zum Teil wird Frau richtig neidisch :-) das Auto mit der immernoch Versicherung heheh mit oben ohne ...super. die Photo mit den Skulpturen ( Pedrotaurus ) voll cool auch wo Reginchen zu sehen ist einsame Spitze:-)
    Sonne Strand Meer Wetter ...sehr schön
    Alles in allem habt ihr wieder eine sehr schöne Reise anschaulich beschrieben und erlebt Aber leider hat ja alles ein Ende und somit sitzt ihr jetzt, wie ich ,in dem zur Zeit sehr verregneten Deutscheland bzw Bärakeller hahaha (keine Schadenfreude)
    Habt ihr beiden sehr sehr gut geschrieben berichtet und bebildert ... top Daumen hoch
    Liebe grüsse Uschi und und

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    1. Ach liebes Uscherl und und... vielen Dank für Deine lobenden Worte, aber ist es nicht schaurig hier? Nach Kulturschock und Zeitverschiebung haben gleich auch noch einen Temperaturschock bekommen. Wir schreiben fei no a bisserl weiter, also net aufhören zu lesen und zu kommentieren, büdde. *knutsch* Ja, Urlaub war voll toll und es hat Spaß gemacht Euch davon zu berichten. Bleibt mir nur, den Winterblues zu kriegen und liebe Grüße zurück zu schicken. *winke winke*

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  2. best picture: Minotaurus und Petrotaurus (Ha, ha) --Nee alles super Aufnahmen und tollstes Wetter (Neid!!)

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    1. *lach* ja, das Bild ist klasse, oder? Und die Miene die er dazu zieht, fehlte bloß der Vogel auf'm Kopf... Was das Wetter anbelangt: das Cabrio hat sich echt rentiert! Um unsere heimischen 7°C beneiden wir uns jetzt nicht, das stimmt. Die Auszeit - auch vom Wetter - hat gut getan.

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