Freitag, 11. Oktober 2024

Esna Schleuse

TAG 14

Endlich mal ein ruhiger Tag an Bord, auf den ich mich richtig freute. Denn... wir sind mit der Solaris II endlich mal bei Tag gefahren, das heißt ich konnte mich schön auf unseren kleinen Balkon im Schatten fläzen (solange die Temperaturen noch erträglich waren) und Peter knallte sich auf's Sonnendeck und betrieb nicht social, sondern persönliches Networking mit allen netten Leuten, die wir so an Bord kennengelernt haben. Ich aber war fasziniert und wie festgetackert auf dem Balkon. Der Nil strahlt so eine Ruhe aus, das ist unglaublich.




Trotz der Tatsache, dass hier Feiertag ist (siehe Link: Tag der Streitkräfte) fuhr das Schiff an arbeitenden Menschen vorbei, wie z.B. Bauern und Fischern, sogar der Schiffsverkehr war ruhiger, oder kam mir das nur so vor? Ich hielt es relativ lange aus, bevor mir die Temperatur zu warm wurde und gerade rechtzeitig war ich noch draußen um das heutige, faszinierende, Spektakel mitzuerleben!


Leider verpasste ich die meisten^ der 7 Brücken (sollen es sein, laut Ahmed, unserem Reiseleiter), die alle anders aussehen und von denen manche herrlich verziert sind.












Wie Ihr ja schon erfahren habt, befinden wir uns auf der Rückfahrt nach Luxor um von dort dann irgendwann nach Hurghada zum Rückflug aufzubrechen. Dazu müssen wir aber durch 'diese hohle Gasse', äh... Nilschleuse durch, da der Nil um Esna tiefer liegt als bisher. (Ihr wisst schon, getreu nach dem Motto 'Wie kriegt man eine Kuh in den Kühlschrank Tür auf, Kuh rein, Tür zu. Wie kriegt man einen Elefant in den Kühlschrank? Tür auf, Kuh raus, Elefant rein, Tür zu.) Soll heißen: Schleuse auf, Schiff rein, Schleuse zu, Wasser ablassen und zwar 4 Meter Wasserstand, andere Schleuse auf, Schiff raus. Jetzt waren wir wieder auf der richtigen Höhe und konnten weiter auf dem Nil entlang tuckern, vorbei an saftigen Ufern und feiernden Menschen.

"Der Vizekönig Ismail Pascha hatte von 1867 bis 1873 den Kanal angelegt, in erster Linie um seine Zuckerrohrfelder ganzjährig bewässern zu können.

Nachdem sich die Sanierung der Delta Barrages als erfolgreich erwiesen hatte, begannen die Briten, die ganzjährige Kanalbewässerung in großem Umfang einzuführen. Dazu wurde Nilwasser an der 1902 fertiggestellten Assuan-Staumauer zurückgehalten und bevorratet und zunächst mit dem Stauwehr kontrolliert zwischen dem Fluss und dem Kanal verteilt. 1903 folgte das Stauwehr am Arm im Nildelta zur besseren Bewässerung der dortigen Felder.

Das Esna-Stauwehr war danach das nächste und das erste Stauwehr unterhalb von Assuan. Es wurde von Sir Arthur Webb geplant und unter der Leitung von M. MacDonald zwischen April 1906 und Dezember 1908 von dem Unternehmen Sir John Aird & Co. gebaut. Es versorgte die Felder der Provinz Qina mit Wasser und schützte sie vor Dürre in den Jahren mit niedrigem Wasserstand.

Das Esna-Stauwehr wurde 1945–1947 verstärkt, um die Stauhöhe um zwei Meter auf 4,5 m anheben zu können."


Für dieses Spektakel alleine hat es sich schon gelohnt im 4. Stock (?) [jedenfalls weit oben] zu wohnen und nicht bloß wegen des Doppelbetts! Das viele Treppensteigen und die ungewohnte Doppelbettdecke lasse ich jetzt mal dahingestellt *augenroll*...

Schon letzte Nacht ging im Hafen von Edfu sozusagen der Punk ab! Vorwiegend Männer in langen weißen Dschellabas, mit ihren typisch gewickelten Kopftüchern, die in Pferdekutschen und Jeeps im Hafen 'cruisten', solange bis man von überall Feuerwerke erkennen konnte. Von der Solaris II sah man die aber nur punktuell und kurz, kleine. Bin mir aber sicher, dass das andernorts, in großen Städten, gaanz anders aussah, denn der Nationalstolz ist hoch (sie haben ja sonst nichts ;-) ).

Kaum zurück in Luxor, dürft Ihr dreimal Raten wohin es Peter nochmal zog? Genau, er stand bei Ahmed noch im Wort erneut vorbeizukommen (während ich an Bord mal Luft holte), trotz Nationalfeiertags trafen sie sich, schaut selbst:




"Die Dschellaba oder Djellaba, auch Galabiya, ist ein traditioneller bodenlanger und die Körperkonturen weitgehend verbergender Überwurf- und Kapuzenmantel mit langen Ärmeln. Es unterscheidet sich von der ägyptischen Galabija durch eine angenähte spitze KapuzeSeit wann es die Dschellaba in ihrer heutigen Form gibt und ob sie berberischen oder arabischen Ursprungs ist, ist bislang nicht erforscht. Ältere europäische Gemälde oder Fotos aus dem Maghreb zeigen Männer nur äußerst selten in Dschellabas, sondern meist in einer Art vorne offenem und nur am Hals zugeknöpftem Kapuzenmantel oder in einer Tunika mit separatem Schal, Kopftuch oder Turban. Dschellabas für Männer wurden und werden traditionell meist aus einfacher Schurwolle (manchmal unter Beimischung von Ziegenhaaren) hergestellt; sie können meliert oder gestreift sein. Im Alltag bilden sie einen einfachen, aber praktischen und haltbaren Überwurf. Hochgestellte oder wohlhabende Persönlichkeiten leisteten sich oft rein weiße Dschellabas (manchmal mit ebenfalls weißen Stickereien), die sie bei festlichen Anlässen oder zum Freitagsgebet trugen. Im 20. Jahrhundert kamen allmählich auch einfarbige Dschellabas aus in Dunkeltönen gefärbten Baumwollfasern auf. Aufwändig verarbeitet sind Nähte und Umnäher. Da Frauen – abgesehen von der Tätigkeit des Wasserholens – traditionell im Haus blieben, sind Dschellabas als Frauengewänder erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts in den Städten bekannt geworden; auf dem Land geschah dies allmählich erst in den 1970er und 1980er Jahren. Durch die Verwendung von in hellen Tönen gefärbten Stoffen oder durch besonders feine Webtechniken sind sie in der Regel auffälliger als die der Männer; mittlerweile sind sie auch häufig gemustert (Karos, Blumen etc.). Als Frauenkleidung wird die Dschellaba gelegentlich auch aus Seide gewebt oder mit Gold- und Silberfäden bestickt und verziert; sie dient dann als eine Art Festgewand oder „Abendkleid“. Die Kapuzen vieler Damen-Dschellabas enden oft in einer Quaste."

Konnte meinen Mann nur mit Mühe davon abhalten in die Stadt (glaube zu einem Park wollte er) zu gehen, indem ich ihm versprach NICHT früh schlafen zu gehen, sondern mit ihm noch den ein oder anderen alkfreien Cocktail auf dem Sonnendeck zu uns zu nehmen. Was auch für mich sehr schön war, weil wir dann noch gut mit meinem österreichischen Habibi und seiner Frau einen Schwatz einlegen konnten. Die Beiden sind erst sehr viel später zur Reisegruppe gestoßen, was schade ist, weil des wär leiwand gween... (des wär schee gwesn) Ihr seht: carpe diem, nutze den Tag, Gelegenheiten bieten sich meist nur einmal!




Alles wurde gekrönt von noch einem leckeren Abendmahl und einer wunderschönen Bettskulptur, die ich erst jetzt, im Nachhinein 'entzifferte' (!) ES HANDELT SICH UM EINEN SKORPION! :O Könnt Ihr's erkennen?

6 Kommentare:

  1. Ja ihr flitterer , alles geht mal zu Ende

    aber bissle habt ihr ja noch 👍😅
    Gesehen und erlebt habt ihr ja so einiges -echt super

    Also Peter in diesem arabischen Kleidungsstück
    (für mich ist das halt ein Kaftan)😉
    sieht fast schon wie ein einheimischer Ägypter aus 😂👍

    Lasst es euch noch die letzten Tage weiter gut gehen und bleibt gesund und fit 💪 hast ja gut durchgehalten 👍

    AntwortenLöschen
  2. Antworten
    1. Keine Ahnung was die Ringe waren, Peter mochte sie nicht... 🤷‍♀️

      Löschen
  3. Ahmed rief seinen Freund Ali an, welcher uns zum Markt in Luxor fuhr.
    Wollte dort eine Mango kaufen.
    Hab mir dann auf dem Schiff Messer und Teller besorgt, um diese zu essen.
    Das war die beste Mango, welche ich jemals gegessen habe. 🥭😋

    AntwortenLöschen
  4. ⛱️ Thank you, Deborah Barnes. Our honeymoon travel blog is solely in German, but I believe the pics are internationally understood. 😉 Go have a look if you like. Enjoy. 😘

    AntwortenLöschen
  5. Unser Blog/unsere Flitterwochen wurden von genau 27 Leuten ge-like-t. Als da wären: Manu, Tini, Sabine S., Karla, Misty, Fred, Heather, tia VA, Momma Pat, Sabine P., Eva, Ingrid, Kelly, Yvonne, Karol, Renée, Marion, Elisabeth, John, Renate, Barbara, Deborah, Mutsch, Sandra, Pauline, aunt Jell und Anja.

    AntwortenLöschen

Bitte schreibt Euren Namen dazu, denn bei Anonym haben wir keine Ahnung wer uns eigentlich schreibt!