Donnerstag, 10. Oktober 2024

Nubisches Dorf

TAG 13

Eigentlich hatte ich mir endlich einen freien Tag erhofft, wo man mal faulenzen hätte können, aber es war halt doch zu spannend und meine Schwägerin hatte mir von der Elephanteninsel derart vorgeschwärmt… dass wir die natürlich auch unbedingt sehen mussten! Die Insel, nicht die Schwägerin. ;-) Außerdem: Anfahrt war mit einem Motorboot und das alleine war eigentlich schon toll. Auch hier war der Ein- und Ausstieg für mich nur mit Hilfe vieler Hände möglich und auf der Hinfahrt thronte ich wie die Königin von Saba auf dem Dach, aber frau gönnt sich ja sonst nix, oder?









Wieder zerrten, zogen und schoben etliche ägyptische Männer an mir herum, einschließlich meines eigenen, deutschen. War da nicht ein Spruch mit 'nem Nadelöhr? *grübelt*

Es ging also mit allen Interessierten, die dieses Zusatzprogramm gebucht hatten, einmal quer über den Nil zur Elephantine Island, bei der es sich um einen botanischen Garten handelt. Leider ist hier die Saison für alles Blühende rum, dementsprechend langweilig empfand ich den Ausflug. Allein die Palmen, mit ihren harten, vertrockneten Blättern um den Stamm, waren recht imposant. Blühendes habe ich fast nur am Eingang und Ausgang entdeckt. Viel zu Gehen. Wenig zu Sehen. Warum die Insel so heißt, wie sie heißt, fragt Ihr?

„Etwa 1000 km südlich von Kairo liegt eine kleine Insel im Nil. Weil die abgeschliffenen Felsen in den Stromschnellen des 1. Katarakts die Form von Elefanten angenommen haben und wohl auch wegen des Elfenbeins, das einst hier umgeschlagen wurde, nannte man sie Elephantine. Obwohl nur 1200 m lang und 400 m breit, wurde das Eiland im Altertum zu einem wirtschaftlichen, militärischen und religiösen Zentrum. Denn hier endete das Kernland des Pharaonen-Reiches, hier wurden die lebenswichtigen Nilfluten gemessen und die Steinbrüche der Umgebung kontrolliert. Und von hier zogen die Karawanen nach Nubien (Sudan) und in das sagenhafte Goldland Punt am Horn von Afrika.“

Lasst Euch ein paar Bilder zeigen…














Weiter ging’s auf dem Motorboot in Richtung nubisches Dorf. So stelle ich mir den Nil vor! Enger, viele Verästelungen, hohes Schilf, schöne, prächtige Farben auf Gebäuden, sauberer Sand und wir fuhren erstmal direkt an einen Strand, wo (leider) schon wieder Straßenhändler ihre Stände aufgebaut hatten.

Dort stürzte sich ein Teil der Gruppe, darunter auch mein Mann, begeistert in die Fluten… Man könne hier das Nilwasser sogar trinken, SO klar ist es da. Ratet mal wer das auch tat? Richtig geraten. Hier blieben wir weitestgehend von den Tandlern verschont, bewunderten Kamele einer vorbeiziehenden Karawane und zogen nach der Erfrischung wieder unserer Wege, soll heißen alle kletterten wieder in’s Motorboot und weiter ging’s durch’s Schilf des Nils in das verheißene nubische Dorf.









Es waren wieder Kletterkunststücke meinerseits zu vollbringen, aber über eine Planke, viele Treppen, Sand und was weiß ich nich‘ alles, gelangte dann schließlich auch ich als Schlußlicht in das Innere eines nubischen Hauses.

Hier gab es erst einmal ein paar Krokodile zu bewundern, die als Haustiere gehalten werden. Einem hatten sie die Schnauze verbunden und es konnte gehalten und gestreichelt werden.

Um den Fortbestand dieser Spezies zu garantieren und den nächsten Generationen die Krokodile näher zu bringen, hat tatsächlich jedes nubische Haus ein paar Tiere in ihrem Haus untergebracht und zieht sie groß. Die großen Tiere werden dann ausgewildert und dem Nil wieder zugeführt, denn es sind definitiv keine Krokodile mehr im Nil. Er ist einfach zu schmutzig dafür. Erst am Assuan Staudamm, genauer gesagt im Nasser Stausee sind wieder Aligatoren in diesem glasklaren Wasser angesiedelt. Und natürlich sind dort auch Fische und andere Tierarten zu finden.


Wir durften im nubischen Dorf zugängliche Häuser besichtigen. Diese waren farbenfroh bemalt und statt Teppichböden hatten alle feinen Sand als Bodenbelag.


















In dem einen Haus wurden wir verköstigt mit viererlei nubischen Köstlichkeiten, die uns in einer Art Warmhalteplatte kredenzt wurden. Dazu gab es wahlweise Getränke (Malventee, Cola, Sprite) zu Halva, Honigsoße, Sonnenbrot und einem herzhaften, würzigen Dip.
Außerdem konnte man sich, für wenig Geld, ein Henna Tattoo malen lassen, was viele Damen von uns gerne machen ließen.
Während wir dort drinnen saßen und den erklärenden Worten unseres Reiseleiters lauschten, wurde alles argwöhnisch bewacht von einer älteren nubischen Frau, lasst sie mich jetzt mal als Nonna bezeichnen. Vielleicht war sie 55, aber ausgesehen hat sie ausgemergelte 75 Jahre. Also einige unserer Damen waren bestimmt auch in ihrem Schätz-Alter (Gabi und Annelie z.B.) kamen aber, im Gegenteil zu ihr, locker-flockig, spritzig-jung daher. Okay, das Klima und die Lebensumstände dort, zollen sicherlich auch ihren Tribut.

Das Faszinierendste für mich, in jedem fremden oder fernen Land, sind jedenfalls immer deren Wandmalereien und davon gab es in diesem schönen Dorf jede Menge! Drinnen wie draußen. Herrlich.















Wir beendeten unseren erfahrungsreichen Vormittag mit einer wunderbaren Rückfahrt auf dem Motorboot zur Solaris II. Der Ausstieg vom Boot (ich saß diesmal unten, musste also hochklettern), meinerseits eher peinlich (daher nicht bebildert), mit Hilfe von ungefähr fünf Männern, darunter mein Habibi (der meinen Hintern hochhob) und mein österreichischer Habibi (der meinen lahmen Fuß bewegte wohin er sollte *lacht*) und noch mindestens drei Nubier (der Ersatzreiseleiter, der Bootsführer und noch wer). Im Nachhinein eigentlich ganz lustig und total lieb, wie sie sich alle bemühten diese Frau in Bewegung zu kriegen, da es alleine kaum geklappt hätte. Zu wackelig die Planken hüben wie drüben. Ich habe schon noch einige blaue Flecken von der ganzen 'Hilfe‘. Der Preis, den frau eben zahlen muss… das meine ich aber ganz, ganz lieb. Bin dankbar für all die Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme und habe mich nach Kräften bemüht die Erwartungen zu erfüllen. Hoffe ich habe die Gruppe nicht zu viel aufgehalten. Es geht alles, aber halt langsam.

Wenigstens habe ich zum Entertainment der Mannschaft beigetragen...

Für mich waren es schöne Erlebnisse und für die anderen kann ich nicht sprechen.

Zurück im Bauche unseres Kreuzfahrtschiffs, das uns erneut ‚schluckte‘ löste unsere Bettdeko ein ‚Ahmed‘ das ‚Krokodil‘ ab. Zu lustig! Und ausnahmsweise habe ich sogar versucht das Büffet für Euch fotografisch einzufangen. Die Kalorien bleiben Euch jedoch erspart, Ihr werdet nach dem Lesen dieses Beitrags NICHT mehr wiegen… hihihi.








20 Kommentare:

  1. Uschi (die mit'm Karle) ohne KarleFreitag, 11. Oktober 2024 um 07:21:00 MESZ

    Voll lustig 😂 die Handtuch Bastelei da hat sich dein Peter Habibi 💕doch sehr verändert 🤔🤭😂😂
    Schöne Zurückweiterreise 😅

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  2. Jetzt haste schon einen neuen Freund...

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    1. Zum Palmenfoto: Wo bist du da, kann dich nicht sehen 😊

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    2. Hier unten! Knipse ganz ehrfurchtsvoll das Foto... 📸🌴🤗

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  3. (Zwar vorher schon bei einem anderen Post von Regina eingepflegt... aber doppelt hält besser!)
    [Zum letzten Foto^]:
    Huch...Peter hat sich ja stark verändert...mumifiziert. Hab ihn anderster in Erinnerung 😄😄

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  4. Da hattet ihr aber einen sehr schönen, lehrreichen, interessanten und „gefährlichen“ 😉🐊😉 Ausflug gemacht 👍👍
    Zum Glück war das Krokodil verbunden nicht dass euch noch ein paar Extremitäten gefehlt hätten 🤔🙈😂

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    1. Scho, oda? Peter hat gesagt das Krokofantending hatte einen total weichen Bauch! Ich sage... ist das artgerechte Haltung oder ist mit der Tatsache des Artenbestands/-schutzes gerechtfertigt, dass die Krokos als Haustiere gehalten werden dürfen? Bei uns würde da gleich GREENPEACE aufschreien.

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  5. 😅Hast du einen Bauchtanz vorgeführt oder warum? Sind echt tolle Erlebnisse, schöne Bilder, viel Spaß noch und gute Heimreise, dicken Pulli einpacken für nach dem Flug!🧣🧤😄🙋‍♀️🙋‍♂️💕

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    1. Nö, wir mussten doch mit dem Motorboot auch wieder dort anlegen, wo wir ablegten... also musste ich wieder rauf, auf's Dach (!) und ohne Hilfe ging das nicht. 😉😆 Muss amüsant ausgesehen haben... Zur Rückreise später mehr.

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  6. Zu dem Tattoo: Uiiiiii, scheeeee 🤗. Sind sicherlich Henna Tattoos. Wie lange halten die? 🤔

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  7. Antworten
    1. Zur Karawane: Leider weiter weg, aber sie zog vorbei und sie lagerten dann in der Nähe unseres Schwimmplatzes... 😯🫢

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  8. Der Baum mit den Dornen am Stamm ist ein Kapokbaum, von welchen es, lt. unserem Reiseleiter, nur noch die drei Exemplare im botanischen Garten in ganz Ägypten gibt.
    Die Dornen wurden früher vermahlen, mit Eiweiß vermischt und getrocknet. Daraus entstand eine Art Graphit womit man zeichnen konnte. 📝✏️

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