Dienstag, 8. Oktober 2024

Felukke

TAG 12

Was kann ich sagen? Mein ‚Herzblatt‘ hat ja immer Rosinen im Kopf, bzw. Hummeln im Hintern und hatte draußen, an der Anlegestelle, wo unsere Solaris II vertäut ist entdeckt, dass dort Pferdekutschen stehen. Das stellte er sich jetzt rrromanddisch vor mit seiner Angetrauten eine Runde durch die Stadt zu drehen, so wie die Touri-Tour vom Vortag mit dem Bus, halt nur in mini-winzig. Glaube er wollte einfach bloß wieder sein Talent zu Feilschen testen. Und den Vormittag hatten wir ja sowieso quasi frei, wer ruht sich denn schon im Urlaub aus, ist doch langweilig, oder? Ihr kennt ihn ja...

Gesagt, getan, gleich nach dem Frühstück, so gegen Zehn, wenn in Ägypten der Planet no net so brennt… (zum Glück nicht gleich nachdem der Muhicin vom Minarett plärrt!) gingen wir in die Wildnis hinaus. Kann mich nicht mehr erinnern ob mein ägyptischer Habibi oder unser Reiseleiter, es kann auch der Rezeptionist gewesen sein, der es war und uns mit einem Kutscher zusammenbrachte oder wie das lief. Wir sollten am Liegeplatz-Tor stehen bleiben, während von ganz hinten eine Kutsche mit einem kläpprigen Gaul herangerufen wurde. Peter kam mit ‚Thomas‘ (!) überein für eine Stunde wohl 1.000 EGP/20 € zu zahlen, mehr nicht, 10-15 € hatte Ahmed (Reiseleiter) ihm wohl geraten…





Auf Thomas‘ Bock (der Pferdekutsche) saß noch sein kleiner Sohn Abdullah mit drauf und als Roß davor gespannt war Cinderella. Ein sehr zartes Pferdchen. Man hievte mich in das Gefährt, ging sogar ganz gut alleine. Ehrlich gesagt hatte ich nicht erwartet viel zu sehen, war es doch ein wichtiger ägyptischer Feiertag, den aber offensichtlich nicht alle feierten. Genügend Leute gingen ihrem täglichen Geschäft nach (ich spreche von Arbeit).




Peter stellte sich das einfach schön vor, sich herumfahren zu lassen und mit seinem angetrauten Weib gelassen und zurückgelehnt die Gegend zu betrachten. Das taten wir auch ausgiebig, bequem im Halbschatten sitzend, auch wenn ich irgendwann sicherheitshalber LSF 50 aufsprühte.

Wir sahen einiges Neues, aber auch Einiges was wir am Vortag vom Reisebus aus bereits sahen. Doch unser Highlight war schon als Thomas das Pferd plötzlich mitten in den Souk, auf den Wochenmarkt trieb. Da waren nur Menschen, kein anderes ‚Gefährt‘. Doch unser Fahrer (‚Schöner Mann, schöne Frau, alles OBI, alles ALBI‘) war da schmerzfrei, während die Menge auseinandersprengte um sich in Sicherheit zu bringen… denn es war schon ziemlich voll und ausgesprochen eng… raste er über den Markt, vorbei an fangfrischem Fisch und lebenden Hühnern in Käfigen! Der Fahrtwind wehte uns um die Nase und ein gewisser arabischer Gestank, um nicht zu sagen Duft.


Über Stock und Stein ging es und dann wurden wir genötigt in noch einen Gewürzladen/Apotheke zu gehen. Der Thomas lud uns ab wie einen Sack Mehl und es floß wieder eine kleine Menge Devisen den Nil, nicht den Jordan runter sozusagen. Wir kauften wenig und nur Sinnvolles, aber das war ja eigentlich gar nicht unser Plan gewesen. Moschee links, Rathaus vom Bürgermeister auch, Bahnhof voraus und dann wurde es Mittag, die Stunde war gerade rum, aber Thomas zählte die halbe Stunde Verkaufsveranstaltung mit dazu und so gab es noch eine unschöne Feilscherei mit meinem Mann. Sie konnten sich zähneknirschend einigen und wir landeten einigermaßen pünktlich zum Essenfassen am Schiff, wo mein ägyptischer Habibi uns wieder in Empfang nahm.


Mittagsbüffet und am Nachmittag ging es endlich ab in die von mir langersehnte Felukke. Meine romantische Vorstellung war diese ganze Zeit auf dem Nil mit so einem ursprünglichen Schiff zu schippern (keine Ahnung wie ich in so ein Ding überhaupt hinein und dann wieder hinauskommen könnte) aber ich wollte mal mit eigenen Augen sehen, wo Moses im Körbchen schwamm. Deeen Zahn hat mir Ahmed (unser Reiseleiter) aber gezogen, denn dieses Event sei viel weiter oben im Nil passiert, in der Gegend um Kairo herum, nicht hier unten wo wir uns rumtreiben. Tja, war wohl nix. Außerdem, wenn man in natura sieht wie groß, lang und breit der Nil tatsächlich ist… weiß ich nicht wie man da überhaupt so ein winziges Körbchen, mit einem Baby drin, hat finden können!








Ein- und Ausstieg habe ich dank vieler helfender Hände gut gemeistert und es war sehr, sehr schön sanft dahinzugleiten über den Nil, den wir immer wieder kreuzten. Dadurch reichte der Wind und wir fuhren sogar bis zur Elephantine Insel, der Botanische Garten, den Edith uns empfohlen hatte, der so toll sei. Für den Moment sahen wir ihn jedoch bloß in der Vorbeifahrt. Stimmung war gut, Abendstimmung auch, und der Nil und eigentlich alles am Nil ist einfach sehenswert. Die Solaris II verschluckte uns wieder in ihrem Bauch, bzw. uns erwartete ein wie immer leckeres Abendessen auf derselben.


Danach gab es einen Nubischen Abend mit drei folkloristisch gekleideten Tänzern/Sängern und einer Slapstikeinlage, bzw. leckeren Cocktails für uns. Nein, Andrea, kein Aperol Spritz.

Vergnügt ließen wir auch diesen Flitterwochen-Tag enden. Was uns wohl am nächsten Tag erwarten wird? DAS ist jedenfalls Ahmed, der unser Bett bewacht:

8 Kommentare:

  1. Wo sind denn die Musiker? Die sieht man gar nicht. Die Trommel, die man hört, spiele ich seit 17 Jahren 😃😃

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    1. Dahinter rechts. Hatte wieder bescheurten Platz rausgesucht... weg von der Klima.

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    2. Gute Besserung und liebe Grüße 🍀🍀🤩🍀

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    3. Ja, vier Leute rotzeln hier rum und alle Klimaanlagen laufen, man schwitzt ständig. Aber mein Immunsystem funzt eigentlich ganz gut. Habe heute Heiße Zitrone mit Honig bekommen. 😁🥰👍🏻👍🏻

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  2. Mensch, pass bloß gut auf dich auf...hörst du‼️‼️

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  3. Ihr kommt ja ganz schön herum! Dein lieber Mann scheint ein unerschöpflicher Quell an schönen Ideen zu sein, um dir eine unvergessliche Hochzeitsreise zu bereiten! Und dass er gut handeln kann, ist sicherlich gerade in Ägypten ein nicht zu unterschätzendes Talent! Sitzt man in einer Feluke, so wie in einer arabischen Dhau, auf einem Polster am Boden? Kann mich erinnern, dass das bei unserer Oman-Dhau-Tour beim Aufstehen ein ziemliches Gekugel mit Gelächter gegeben hat, elegant waren wir da nicht unterwegs :-) ! Weiterhin viel Spaß!

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    1. Ja, da waren Polster, aber bloß oben und eine Bank, um nicht zu sagen Chaiselongue... unten waren niedrige Bänke mit orientalischen Sitzkissen, also ganz bequem. :-) Euer Gelächter höre ich fast. Das war wahrscheinlich wie bei meinem Aufstieg zurück in die Solaris. Ungelogen fünf Männer, einschließlich meinem österreichischen Habibi, die meinen Fuß hochgelupft, den Stock gehalten, den Hintern hochgeschoben und der Eine am einen Arm gezogen und der Andere mich am anderen Arm aufstützen haben lassen! Und von drinnen, bzw. drüben schaute die Crew belustigt zu. 😂😂😂 Ja, Eva, die Felukke war meine Idee, die Kutschfahrt seine. Mir passen halt zsam wie A**** auf Eimer... wenn dem einen kein Blödsinn einfällt, dann dem anderen. Tja. 😉 (Im Post, über das nubische Dorf, habe ich Dir die Sitzkissen abfotografiert, wennst da schaugn mogst?)

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  4. 👍Sieht gut aus die tatoos (nächster Beitrag!) sowie die Drinks 👍🥰

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